Das Leiden eines Knaben
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Conrad Ferdinand Meyers Novelle Das Leiden eines Knaben entfaltet in konzentrierter Form die Geschichte eines Kindes, dessen körperliche und seelische Verletzlichkeit in einer von höfischer Disziplin, religiöser Strenge und sozialer Rangordnung beherrschten Welt übersehen wird. Im historischen Milieu des französischen Absolutismus gestaltet Meyer kein sentimentales Opferbild, sondern eine präzise Studie über Macht, Erziehung und Schuld. Sein Stil ist knapp, bildhaft und kontrolliert; die dramatische Spannung entsteht aus Andeutung, psychologischer Verdichtung und der für den poetischen Realismus charakteristischen Verbindung von Geschichte und moralischer Erkenntnis. Meyer, 1825 in Zürich geboren, gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Erzählern des 19. Jahrhunderts. Seine protestantische Herkunft, seine intensive Beschäftigung mit europäischer Geschichte und seine Sensibilität für innere Konflikte prägen auch diese Novelle. Wiederholt suchte er in vergangenen Epochen jene Situationen auf, in denen Gewissen, Autorität und persönliche Schwäche unauflöslich aufeinanderstoßen. Das Leiden des Knaben wird so zugleich historischer Fall und zeitlose anthropologische Frage. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die historische Literatur nicht als bloße Rekonstruktion, sondern als scharfsinnige Analyse menschlicher Verantwortung verstehen. Die Novelle ist kurz, doch von großer ethischer Wucht: Sie zeigt, wie Gewalt oft gerade dort entsteht, wo Ordnung, Frömmigkeit und Pflicht behauptet werden.
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Conrad Ferdinand Meyers Novelle Das Leiden eines Knaben entfaltet in konzentrierter Form die Geschichte eines Kindes, dessen körperliche und seelische Verletzlichkeit in einer von höfischer Disziplin, religiöser Strenge und sozialer Rangordnung beherrschten Welt übersehen wird. Im historischen Milieu des französischen Absolutismus gestaltet Meyer kein sentimentales Opferbild, sondern eine präzise Studie über Macht, Erziehung und Schuld. Sein Stil ist knapp, bildhaft und kontrolliert; die dramatische Spannung entsteht aus Andeutung, psychologischer Verdichtung und der für den poetischen Realismus charakteristischen Verbindung von Geschichte und moralischer Erkenntnis. Meyer, 1825 in Zürich geboren, gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Erzählern des 19. Jahrhunderts. Seine protestantische Herkunft, seine intensive Beschäftigung mit europäischer Geschichte und seine Sensibilität für innere Konflikte prägen auch diese Novelle. Wiederholt suchte er in vergangenen Epochen jene Situationen auf, in denen Gewissen, Autorität und persönliche Schwäche unauflöslich aufeinanderstoßen. Das Leiden des Knaben wird so zugleich historischer Fall und zeitlose anthropologische Frage. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die historische Literatur nicht als bloße Rekonstruktion, sondern als scharfsinnige Analyse menschlicher Verantwortung verstehen. Die Novelle ist kurz, doch von großer ethischer Wucht: Sie zeigt, wie Gewalt oft gerade dort entsteht, wo Ordnung, Frömmigkeit und Pflicht behauptet werden.
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