Die Orestie: Tragödien: Agamemnon + Grabspenderinnen Eumeniden

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Bol Die Orestie, bestehend aus Agamemnon, Choephoren und Eumeniden, ist die einzige vollständig überlieferte Tragödientrilogie der griechischen Antike und entfaltet den Übergang von blutiger Hausrache zu institutionalisierter Rechtsprechung. In dichter, hymnischer Sprache und mit monumentaler Bildkraft schildert Aischylos den Fluch des Atridenhauses: Agamemnons Heimkehr und Ermordung, Orests Muttermord und schließlich seine Läuterung vor dem Areopag. Das Werk verbindet mythische Stoffe mit politisch-religiöser Reflexion und steht im Zentrum der attischen Tragödie des 5. Jahrhunderts v. Chr. Aischylos, um 525 v. Chr. in Eleusis geboren, war nicht nur Dichter, sondern auch Bürger einer Polis, die die Perserkriege und die Entwicklung demokratischer Institutionen erlebte. Seine Teilnahme an Marathon und vermutlich Salamis prägte sein Bewusstsein für Schuld, Opfer und kollektive Ordnung. Die Orestie, 458 v. Chr. aufgeführt, spiegelt diese Erfahrung: Sie deutet Gewalt nicht bloß als familiäres Schicksal, sondern als Problem einer Gemeinschaft, die göttliche Macht und menschliches Gesetz neu austarieren muss. Dieses Buch empfiehlt sich allen Lesern, die antike Literatur nicht als museales Erbe, sondern als lebendige Untersuchung von Gerechtigkeit, Geschlecht, Macht und Erinnerung begreifen möchten. Die Orestie fordert Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit einer bis heute erschütternden Einsicht: Zivilisation entsteht nicht durch das Vergessen der Gewalt, sondern durch ihre bindende, öffentliche Verhandlung.

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Die Orestie, bestehend aus Agamemnon, Choephoren und Eumeniden, ist die einzige vollständig überlieferte Tragödientrilogie der griechischen Antike und entfaltet den Übergang von blutiger Hausrache zu institutionalisierter Rechtsprechung. In dichter, hymnischer Sprache und mit monumentaler Bildkraft schildert Aischylos den Fluch des Atridenhauses: Agamemnons Heimkehr und Ermordung, Orests Muttermord und schließlich seine Läuterung vor dem Areopag. Das Werk verbindet mythische Stoffe mit politisch-religiöser Reflexion und steht im Zentrum der attischen Tragödie des 5. Jahrhunderts v. Chr. Aischylos, um 525 v. Chr. in Eleusis geboren, war nicht nur Dichter, sondern auch Bürger einer Polis, die die Perserkriege und die Entwicklung demokratischer Institutionen erlebte. Seine Teilnahme an Marathon und vermutlich Salamis prägte sein Bewusstsein für Schuld, Opfer und kollektive Ordnung. Die Orestie, 458 v. Chr. aufgeführt, spiegelt diese Erfahrung: Sie deutet Gewalt nicht bloß als familiäres Schicksal, sondern als Problem einer Gemeinschaft, die göttliche Macht und menschliches Gesetz neu austarieren muss. Dieses Buch empfiehlt sich allen Lesern, die antike Literatur nicht als museales Erbe, sondern als lebendige Untersuchung von Gerechtigkeit, Geschlecht, Macht und Erinnerung begreifen möchten. Die Orestie fordert Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit einer bis heute erschütternden Einsicht: Zivilisation entsteht nicht durch das Vergessen der Gewalt, sondern durch ihre bindende, öffentliche Verhandlung.


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  • 9788027345960
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