Die schwarze Galeere & Else von der Tanne
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Beschrijving
Bol
Dieser Band vereint zwei frühe historische Erzählungen Wilhelm Raabes, in denen Geschichte nicht als Kulisse, sondern als moralischer Erfahrungsraum erscheint. In Die schwarze Galeere verdichtet Raabe den niederländischen Freiheitskampf gegen Spanien zu einer spannungsreichen Episode von Unterdrückung, List und Befreiungswillen; das unheimliche Schiff wird zum Sinnbild politischer Gewalt und verborgener Hoffnung. Else von der Tanne führt in die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges und zeigt an einem Einzelschicksal, wie Krieg Landschaft, Frömmigkeit und menschliche Bindungen verwundet. Raabes Stil verbindet anschauliche Detailtreue, balladenhafte Spannung und eine bereits realistische Skepsis gegenüber heroischen Geschichtsbildern. Wilhelm Raabe (1831-1910), einer der eigenwilligsten Erzähler des deutschen Realismus, erlebte die politischen Nachwirkungen von 1848, bürgerliche Bildungsansprüche und die Ambivalenzen nationaler Erinnerung. Seine Tätigkeit als Buchhändler, seine intensive Lektüre historischer Quellen und seine Sensibilität für Randfiguren prägten diese Texte. Gerade die frühe Beschäftigung mit vergangenen Gewaltzeiten erlaubte ihm, zeitgenössische Fragen nach Freiheit, Schuld und Gemeinschaft indirekt zu verhandeln. Empfohlen sei der Band allen Leserinnen und Lesern, die historische Prosa nicht bloß als Abenteuer, sondern als literarische Erkenntnisform schätzen. Die beiden Erzählungen bieten atmosphärische Dichte, präzise Figurenführung und einen Blick auf Geschichte, der Pathos mit Ernüchterung verbindet. Wer Raabes späteren Realismus verstehen möchte, findet hier dessen konzentrierte Vorstufe.
Dieser Band vereint zwei frühe historische Erzählungen Wilhelm Raabes, in denen Geschichte nicht als Kulisse, sondern als moralischer Erfahrungsraum erscheint. In Die schwarze Galeere verdichtet Raabe den niederländischen Freiheitskampf gegen Spanien zu einer spannungsreichen Episode von Unterdrückung, List und Befreiungswillen; das unheimliche Schiff wird zum Sinnbild politischer Gewalt und verborgener Hoffnung. Else von der Tanne führt in die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges und zeigt an einem Einzelschicksal, wie Krieg Landschaft, Frömmigkeit und menschliche Bindungen verwundet. Raabes Stil verbindet anschauliche Detailtreue, balladenhafte Spannung und eine bereits realistische Skepsis gegenüber heroischen Geschichtsbildern. Wilhelm Raabe (1831-1910), einer der eigenwilligsten Erzähler des deutschen Realismus, erlebte die politischen Nachwirkungen von 1848, bürgerliche Bildungsansprüche und die Ambivalenzen nationaler Erinnerung. Seine Tätigkeit als Buchhändler, seine intensive Lektüre historischer Quellen und seine Sensibilität für Randfiguren prägten diese Texte. Gerade die frühe Beschäftigung mit vergangenen Gewaltzeiten erlaubte ihm, zeitgenössische Fragen nach Freiheit, Schuld und Gemeinschaft indirekt zu verhandeln. Empfohlen sei der Band allen Leserinnen und Lesern, die historische Prosa nicht bloß als Abenteuer, sondern als literarische Erkenntnisform schätzen. Die beiden Erzählungen bieten atmosphärische Dichte, präzise Figurenführung und einen Blick auf Geschichte, der Pathos mit Ernüchterung verbindet. Wer Raabes späteren Realismus verstehen möchte, findet hier dessen konzentrierte Vorstufe.
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