Eine Geldheirat
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Beschrijving
Bol
Eine Geldheirat entfaltet mit der für Stendhal charakteristischen Präzision ein Gesellschaftsbild, in dem Liebe, Ehrgeiz und Besitz unauflöslich ineinandergreifen. Die Ehe erscheint nicht als romantische Erfüllung, sondern als Vertrag, als Bühne sozialer Berechnung und moralischer Selbsttäuschung. In knapper, analytischer Prosa verbindet der Text psychologische Beobachtung mit ironischer Distanz und steht damit im Kontext jener realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts, die die bürgerliche Ordnung unter ihren eigenen Voraussetzungen prüft. Stendhal, eigentlich Marie-Henri Beyle, war ein Autor zwischen Revolutionserbe, napoleonischer Erinnerung und restaurativer Ernüchterung. Seine Erfahrungen als Beamter, Reisender und scharfsinniger Beobachter der Salons schärften seinen Blick für Rang, Geld und Leidenschaft. Wie in seinen großen Romanen interessiert ihn weniger das äußere Ereignis als die innere Mechanik des Begehrens: die Frage, wie gesellschaftlicher Druck Gefühle formt, verfälscht oder zerstört. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Stendhal nicht nur als Chronisten leidenschaftlicher Individualisten, sondern auch als hellsichtigen Kritiker sozialer Konventionen entdecken möchten. Eine Geldheirat ist ein feines, konzentriertes Werk über die Ökonomie der Gefühle und bleibt gerade deshalb erstaunlich modern.
Eine Geldheirat entfaltet mit der für Stendhal charakteristischen Präzision ein Gesellschaftsbild, in dem Liebe, Ehrgeiz und Besitz unauflöslich ineinandergreifen. Die Ehe erscheint nicht als romantische Erfüllung, sondern als Vertrag, als Bühne sozialer Berechnung und moralischer Selbsttäuschung. In knapper, analytischer Prosa verbindet der Text psychologische Beobachtung mit ironischer Distanz und steht damit im Kontext jener realistischen Literatur des 19. Jahrhunderts, die die bürgerliche Ordnung unter ihren eigenen Voraussetzungen prüft. Stendhal, eigentlich Marie-Henri Beyle, war ein Autor zwischen Revolutionserbe, napoleonischer Erinnerung und restaurativer Ernüchterung. Seine Erfahrungen als Beamter, Reisender und scharfsinniger Beobachter der Salons schärften seinen Blick für Rang, Geld und Leidenschaft. Wie in seinen großen Romanen interessiert ihn weniger das äußere Ereignis als die innere Mechanik des Begehrens: die Frage, wie gesellschaftlicher Druck Gefühle formt, verfälscht oder zerstört. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Stendhal nicht nur als Chronisten leidenschaftlicher Individualisten, sondern auch als hellsichtigen Kritiker sozialer Konventionen entdecken möchten. Eine Geldheirat ist ein feines, konzentriertes Werk über die Ökonomie der Gefühle und bleibt gerade deshalb erstaunlich modern.