Mathilde Möhring: Berliner Frauenroman
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Beschrijving
Bol
Mathilde Möhring: Berliner Frauenroman entfaltet die Geschichte einer nüchtern kalkulierenden jungen Frau aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, die im trägen Juristen Hugo Großmann weniger den romantischen Geliebten als ein gesellschaftliches Projekt erkennt. Mit kühler Beobachtungsgabe organisiert sie Ehe, Karriere und Aufstieg, bis Krankheit und Tod die Konstruktion durchkreuzen. Fontanes knapper, dialogischer Realismus verbindet Berliner Milieuschärfe, Ironie und psychologische Ökonomie; im Kontext des späten poetischen Realismus erscheint der postum veröffentlichte Roman als moderne Studie über Geschlecht, Arbeit und soziale Mobilität. Theodor Fontane, 1819 geboren, war Apotheker, Journalist, Kriegsberichterstatter und einer der bedeutendsten Erzähler des deutschen Realismus. Seine Erfahrungen mit preußischer Verwaltung, urbanem Bürgertum und gesellschaftlichen Konventionen prägten sein Spätwerk. Wie in Effi Briest interessiert ihn hier besonders die Lage der Frau, doch Mathilde ist keine bloße Leidende: Sie verkörpert Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und den Willen zur Selbstbehauptung in einer männlich codierten Ordnung. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Fontanes Kunst der leisen Diagnose schätzen. Es bietet keine melodramatische Emanzipationsgeschichte, sondern eine präzise, bisweilen unbequeme Analyse bürgerlicher Zweckrationalität. Gerade seine Fragmentnähe macht Mathilde Möhring zu einem aufschlussreichen Schlüsseltext der literarischen Moderne vor 1900.
Mathilde Möhring: Berliner Frauenroman entfaltet die Geschichte einer nüchtern kalkulierenden jungen Frau aus kleinbürgerlichen Verhältnissen, die im trägen Juristen Hugo Großmann weniger den romantischen Geliebten als ein gesellschaftliches Projekt erkennt. Mit kühler Beobachtungsgabe organisiert sie Ehe, Karriere und Aufstieg, bis Krankheit und Tod die Konstruktion durchkreuzen. Fontanes knapper, dialogischer Realismus verbindet Berliner Milieuschärfe, Ironie und psychologische Ökonomie; im Kontext des späten poetischen Realismus erscheint der postum veröffentlichte Roman als moderne Studie über Geschlecht, Arbeit und soziale Mobilität. Theodor Fontane, 1819 geboren, war Apotheker, Journalist, Kriegsberichterstatter und einer der bedeutendsten Erzähler des deutschen Realismus. Seine Erfahrungen mit preußischer Verwaltung, urbanem Bürgertum und gesellschaftlichen Konventionen prägten sein Spätwerk. Wie in Effi Briest interessiert ihn hier besonders die Lage der Frau, doch Mathilde ist keine bloße Leidende: Sie verkörpert Intelligenz, Anpassungsfähigkeit und den Willen zur Selbstbehauptung in einer männlich codierten Ordnung. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Fontanes Kunst der leisen Diagnose schätzen. Es bietet keine melodramatische Emanzipationsgeschichte, sondern eine präzise, bisweilen unbequeme Analyse bürgerlicher Zweckrationalität. Gerade seine Fragmentnähe macht Mathilde Möhring zu einem aufschlussreichen Schlüsseltext der literarischen Moderne vor 1900.