Albrecht Dürer's Kupferstiche, Radirungen, Holzschnitte und Zeichnungen ist ein kunsthistorisch angelegtes Verzeichnis und zugleich eine gelehrte Würdigung des graphischen ¿uvres Dürers. Das Werk ordnet die Blätter nach Technik, Motiv, Zustand und Zuschreibung und macht sichtbar, wie Dürer die Druckgraphik vom handwerklichen Medium zur intellektuellen Kunstform erhob. Sein Stil verbindet präzise Beschreibung, antiquarische Sorgfalt und ästhetisches Urteil; im Kontext der Dürer-Forschung des 19. Jahrhunderts steht es für den Übergang vom sammlerischen Kabinettwissen zur systematischen Kunstwissenschaft. Bernhard Hausmann, Jurist, Kunstsammler und Kenner alter Graphik, schrieb aus unmittelbarer Anschauung bedeutender Bestände heraus. Seine Beschäftigung mit Dürer erwuchs aus der Praxis des Sammelns, Vergleichens und Prüfens: Wasserzeichen, Druckzustände, Provenienzen und Kopien waren für ihn keine Nebensachen, sondern Grundlagen historischer Erkenntnis. Gerade diese Verbindung aus bürgerlicher Gelehrsamkeit, Sammlerleidenschaft und quellenkritischem Blick prägte seine Darstellung. Empfohlen sei dieses Buch allen, die Dürers Werk nicht nur bewundern, sondern in seiner materiellen, technischen und historischen Komplexität verstehen wollen. Für Kunsthistoriker, Graphiksammler und Liebhaber der Renaissance bietet Hausmanns Arbeit einen zuverlässigen Zugang zu einem Kernbestand europäischer Bildkultur.
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