Alle jagen John Mulligan entfaltet eine spannungsreiche Verfolgungsgeschichte vor dem Hintergrund der nordamerikanischen Grenzräume, in denen Recht, Gerücht und persönliche Vergeltung oft ununterscheidbar werden. Gerstäcker verbindet rasche Handlung, präzise Naturbeobachtung und dialogische Lebendigkeit mit jener ethnographisch gefärbten Abenteuerprosa, die im 19. Jahrhundert deutsche Vorstellungen von Amerika wesentlich prägte. Der Text steht im Kontext der Reise- und Kolonialliteratur, unterläuft jedoch bloße Exotik durch genaue Milieukenntnis und ein waches Interesse an sozialen Spannungen. Friedrich Gerstäcker, 1816 in Hamburg geboren, war nicht nur Schriftsteller, sondern auch Weltreisender, Jäger, Farmer und genauer Beobachter fremder Lebensformen. Seine jahrelangen Aufenthalte in den Vereinigten Staaten, seine Fahrten über Flüsse, durch Wälder und Siedlungen sowie seine Begegnungen mit Auswanderern, Abenteurern und Randfiguren lieferten ihm den Erfahrungsstoff für Erzählungen wie diese. Aus eigener Anschauung formte er Literatur, die Spannung mit dokumentarischem Anspruch verbindet. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Abenteuerliteratur nicht als bloße Unterhaltung, sondern als historisches Zeugnis lesen möchten. Alle jagen John Mulligan bietet Tempo, Atmosphäre und kulturgeschichtliche Einsicht zugleich und zeigt Gerstäcker als souveränen Erzähler einer Welt im Übergang.
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