Dieses Buch untersucht die Umsetzung und den aktuellen Stand der quasi-zwangsweisen Behandlung (QCT) in Österreich. Dabei können (mutmaßlich) straffälligen Suchtkranken nach dem Prinzip "Behandlung statt Bestrafung" gesundheitsbezogene Maßnahmen anstelle einer Freiheitsstrafe angeboten werden. Zunächst wurden im Rahmen einer Querschnittsstudie soziodemografische Daten, der Schweregrad der Sucht sowie rechtliche Informationen erfasst. Anschließend wurden 19 Experten aus den Bereichen Recht, Gesundheitswesen und Politik mit Schwerpunkt Sucht befragt und die Ergebnisse qualitativ ausgewertet. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Entscheidung für eine QCT ausschließlich vom Vorliegen von Betäubungsmitteldelikten abhing. Die konkrete Behandlungsform richtete sich nach dem Schweregrad der Sucht und den damit verbundenen Problemen. Die Experten beschreiben die Situation in Österreich als eher positiv, auch wenn eine Vielzahl von Verbesserungsmöglichkeiten genannt wurde - vor allem in Bezug auf Verfahren, Finanzierung und Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, diese klinisch stark belastete Bevölkerungsgruppe mittels QCT mit einem geschlechts- und alterssensiblen Ansatz zu behandeln, anstatt eine Freiheitsstrafe zu verhängen.
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