Blicke in das Leben der Zigeuner

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Bol Blicke in das Leben der Zigeuner ist ein seltenes Zeugnis aus dem frühen 20. Jahrhundert, das ethnographische Beobachtung, autobiographische Nähe und sozialkritische Verteidigung verbindet. Wittich beschreibt Familienordnungen, Erwerbsformen, Reisepraktiken, Musik, Sprache und religiöse Vorstellungen der Sinti und Roma, wobei der historische Titel die damalige Fremdbezeichnung und ihre Belastungen spiegelt. Der Stil ist knapp, anschaulich und argumentativ; im Kontext bürgerlicher "Zigeuner"-Diskurse setzt das Buch der exotisierenden Polizeiliteratur eine Innenperspektive entgegen. Engelbert Wittich gilt als einer der ersten aus dem deutschsprachigen Raum stammenden Autoren mit Sinti-Hintergrund, die über das eigene Milieu publizierten. Seine genaue Kenntnis mündlicher Traditionen, handwerklicher und musikalischer Tätigkeiten sowie der Erfahrung behördlicher Kontrolle prägt die Darstellung. Gerade weil er zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheit vermittelte, dürfte ihn der Wunsch geleitet haben, verbreitete Vorurteile zu korrigieren und Lebensformen sichtbar zu machen, die sonst meist von Außenstehenden beschrieben wurden. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Minderheitenforschung, Selbstzeugnisse und die Genealogie antiziganistischer Bilder verstehen wollen. Es ist keine neutrale Ethnographie im heutigen Sinn, sondern ein Quellenwerk von hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung: Wer es mit kritischem Blick auf Sprache, Zeitumstände und Machtverhältnisse liest, gewinnt einen eindringlichen Zugang zu Stimmen, die lange überhört wurden.

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Blicke in das Leben der Zigeuner ist ein seltenes Zeugnis aus dem frühen 20. Jahrhundert, das ethnographische Beobachtung, autobiographische Nähe und sozialkritische Verteidigung verbindet. Wittich beschreibt Familienordnungen, Erwerbsformen, Reisepraktiken, Musik, Sprache und religiöse Vorstellungen der Sinti und Roma, wobei der historische Titel die damalige Fremdbezeichnung und ihre Belastungen spiegelt. Der Stil ist knapp, anschaulich und argumentativ; im Kontext bürgerlicher "Zigeuner"-Diskurse setzt das Buch der exotisierenden Polizeiliteratur eine Innenperspektive entgegen. Engelbert Wittich gilt als einer der ersten aus dem deutschsprachigen Raum stammenden Autoren mit Sinti-Hintergrund, die über das eigene Milieu publizierten. Seine genaue Kenntnis mündlicher Traditionen, handwerklicher und musikalischer Tätigkeiten sowie der Erfahrung behördlicher Kontrolle prägt die Darstellung. Gerade weil er zwischen Mehrheitsgesellschaft und Minderheit vermittelte, dürfte ihn der Wunsch geleitet haben, verbreitete Vorurteile zu korrigieren und Lebensformen sichtbar zu machen, die sonst meist von Außenstehenden beschrieben wurden. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die historische Minderheitenforschung, Selbstzeugnisse und die Genealogie antiziganistischer Bilder verstehen wollen. Es ist keine neutrale Ethnographie im heutigen Sinn, sondern ein Quellenwerk von hoher kulturgeschichtlicher Bedeutung: Wer es mit kritischem Blick auf Sprache, Zeitumstände und Machtverhältnisse liest, gewinnt einen eindringlichen Zugang zu Stimmen, die lange überhört wurden.

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Pagina's: 32, Paperback, Sharp Ink


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Merk Sharp Ink
EAN
  • 9788028354428
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