Bubu vom Montparnasse

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Bol Bubu vom Montparnasse (1901) ist ein kurzer, unerbittlich präziser Roman über die Pariser Halbwelt um 1900: die junge Berthe, ihr Zuhälter Maurice, genannt Bubu, und der empfindsame Pierre geraten in ein Geflecht aus Begehren, Armut, Krankheit und moralischer Ohnmacht. Philippes Prosa verbindet naturalistische Milieuschärfe mit lyrischer Nüchternheit; sie beschreibt Prostitution und Syphilis nicht sensationell, sondern als soziale Tatsachen einer modernen Großstadt. Im literarischen Kontext steht das Buch zwischen Zolas Erbe und einer intimeren, mitleidenden Moderne. Charles-Louis Philippe, 1874 als Sohn eines Holzschuhmachers in der Auvergne geboren, kannte soziale Enge und materielle Unsicherheit aus eigener Erfahrung. In Paris arbeitete er als städtischer Angestellter und beobachtete zugleich jene Randexistenzen, denen seine literarische Aufmerksamkeit galt. Seine Herkunft, sein republikanisch-humanes Ethos und seine Nähe zu den kleinen Leuten erklären die eigentümliche Verbindung von Härte und Zärtlichkeit, mit der er Figuren wie Berthe und Pierre zeichnet. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die keine beschönigende Liebesgeschichte erwarten, sondern eine konzentrierte Studie über Mitleid, Abhängigkeit und gesellschaftliche Verwundbarkeit. Bubu vom Montparnasse bleibt eindrucksvoll, weil es Elend nicht ästhetisiert und Schuld nicht vereinfacht: Es zwingt dazu, hinter dem Skandal den Menschen zu sehen.

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Bubu vom Montparnasse (1901) ist ein kurzer, unerbittlich präziser Roman über die Pariser Halbwelt um 1900: die junge Berthe, ihr Zuhälter Maurice, genannt Bubu, und der empfindsame Pierre geraten in ein Geflecht aus Begehren, Armut, Krankheit und moralischer Ohnmacht. Philippes Prosa verbindet naturalistische Milieuschärfe mit lyrischer Nüchternheit; sie beschreibt Prostitution und Syphilis nicht sensationell, sondern als soziale Tatsachen einer modernen Großstadt. Im literarischen Kontext steht das Buch zwischen Zolas Erbe und einer intimeren, mitleidenden Moderne. Charles-Louis Philippe, 1874 als Sohn eines Holzschuhmachers in der Auvergne geboren, kannte soziale Enge und materielle Unsicherheit aus eigener Erfahrung. In Paris arbeitete er als städtischer Angestellter und beobachtete zugleich jene Randexistenzen, denen seine literarische Aufmerksamkeit galt. Seine Herkunft, sein republikanisch-humanes Ethos und seine Nähe zu den kleinen Leuten erklären die eigentümliche Verbindung von Härte und Zärtlichkeit, mit der er Figuren wie Berthe und Pierre zeichnet. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die keine beschönigende Liebesgeschichte erwarten, sondern eine konzentrierte Studie über Mitleid, Abhängigkeit und gesellschaftliche Verwundbarkeit. Bubu vom Montparnasse bleibt eindrucksvoll, weil es Elend nicht ästhetisiert und Schuld nicht vereinfacht: Es zwingt dazu, hinter dem Skandal den Menschen zu sehen.


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  • 9788027351794
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