Claudine in Paris: Deutsche Ausgabe
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In "Claudine in Paris" verlegt Colette die scharfsinnige Beobachtung ihrer jugendlichen Heldin aus der provinziellen Enge Montignys in die mondäne, vieldeutige Hauptstadt der Belle Époque. Claudine, zugleich verletzlich und spöttisch, erkundet Krankheit, Begehren, gesellschaftliche Maskerade und die Verführungskraft urbaner Räume. Der Roman verbindet Tagebuchnähe, psychologische Präzision und eine sinnliche, ironische Prosa, die zwischen Bildungsroman, Gesellschaftsstudie und früher weiblicher Selbstbehauptung oszilliert. Colette, 1873 als Sidonie-Gabrielle Colette in Burgund geboren, kannte sowohl die Intensität ländlicher Herkunft als auch die Inszenierungen des Pariser Literatur- und Salonlebens. Ihre Ehe mit Henry Gauthier-Villars, genannt Willy, unter dessen Namen die frühen "Claudine"-Romane erschienen, prägte die Entstehungsbedingungen dieses Werks wesentlich. Gerade aus dieser Spannung zwischen Vereinnahmung und eigener Stimme erwächst die eigentümliche Energie der Figur Claudine. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die literarische Moderne nicht nur als formales Experiment, sondern als Erkundung von Körper, Geschlecht und sozialer Rolle verstehen möchten. "Claudine in Paris" ist zugleich elegant, boshaft, zärtlich und analytisch: ein kurzer Roman von erstaunlicher Lebendigkeit, der Colettes spätere Meisterschaft bereits unverkennbar ankündigt.
In "Claudine in Paris" verlegt Colette die scharfsinnige Beobachtung ihrer jugendlichen Heldin aus der provinziellen Enge Montignys in die mondäne, vieldeutige Hauptstadt der Belle Époque. Claudine, zugleich verletzlich und spöttisch, erkundet Krankheit, Begehren, gesellschaftliche Maskerade und die Verführungskraft urbaner Räume. Der Roman verbindet Tagebuchnähe, psychologische Präzision und eine sinnliche, ironische Prosa, die zwischen Bildungsroman, Gesellschaftsstudie und früher weiblicher Selbstbehauptung oszilliert. Colette, 1873 als Sidonie-Gabrielle Colette in Burgund geboren, kannte sowohl die Intensität ländlicher Herkunft als auch die Inszenierungen des Pariser Literatur- und Salonlebens. Ihre Ehe mit Henry Gauthier-Villars, genannt Willy, unter dessen Namen die frühen "Claudine"-Romane erschienen, prägte die Entstehungsbedingungen dieses Werks wesentlich. Gerade aus dieser Spannung zwischen Vereinnahmung und eigener Stimme erwächst die eigentümliche Energie der Figur Claudine. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die literarische Moderne nicht nur als formales Experiment, sondern als Erkundung von Körper, Geschlecht und sozialer Rolle verstehen möchten. "Claudine in Paris" ist zugleich elegant, boshaft, zärtlich und analytisch: ein kurzer Roman von erstaunlicher Lebendigkeit, der Colettes spätere Meisterschaft bereits unverkennbar ankündigt.
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