Das fliegende Wirtshaus, 1914 erschienen, ist eine satirische Abenteuerphantasie über ein England, das durch Lord Ivywoods bürokratisch-moralische Reformen dem Alkohol entsagt und sich einem abstrakten, imperialen Fortschrittsideal unterwirft. Captain Patrick Dalroy und der Gastwirt Humphrey Pump ziehen mit Wirtshausschild, Käse und Rumfass durchs Land und verwandeln jede Station in eine provisorische Schenke. Chestertons Stil verbindet Ballade, Farce, theologischen Witz und politische Parabel; im Kontext edwardianischer Reformdebatten verteidigt der Roman leibliche Freude, lokale Sitten und die Freiheit des gewöhnlichen Menschen. G. K. Chesterton, 1874-1936, war Journalist, Essayist, Dichter, Apologet und einer der brillantesten Paradoxenkünstler der englischen Literatur. Seine Skepsis gegenüber Zentralisierung, technokratischer Planung und puritanischer Weltverbesserung prägte viele seiner Werke. Als Verfechter eines gemeinschaftsnahen, später distributistisch genannten Sozialdenkens sah er im Wirtshaus nicht bloß einen Ort des Trinkens, sondern ein Symbol menschlicher Geselligkeit. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die politische Satire mit erzählerischer Lust, komische Übertreibung mit ernsthafter Kulturkritik verbinden möchten. Es ist zugleich ein trunkenes Schelmenstück und eine scharfsinnige Verteidigung konkreter Freiheit gegen sterile Ideale.
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