Das goldene Vließ
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Beschrijving
Bol
Franz Grillparzers dramatische Trilogie Das goldene Vließ verbindet in den Teilen Der Gastfreund, Die Argonauten und Medea den Mythos der Argonautensage mit einer psychologisch präzisen Untersuchung von Schuld, Fremdheit und Macht. In klassizistisch gebändigter, zugleich spannungsreicher Sprache entfaltet Grillparzer ein Trauerspiel, dessen antike Stofflichkeit in die Konflikte des modernen Subjekts hineinragt. Das Vließ erscheint weniger als heroisches Ziel denn als Symbol verhängnisvoller Besitzgier und zerstörter Bindungen. Als österreichischer Dramatiker der Restaurationszeit stand Grillparzer zwischen aufklärerischem Erbe, Wiener Theatertradition und den politischen Erstarrungen nach 1815. Seine Erfahrung bürokratischer Enge, seine historische Bildung und sein sensibles Interesse an seelischer Ambivalenz prägen dieses Werk. Besonders die Gestalt Medeas erlaubt ihm, Fragen kultureller Ausgrenzung, weiblicher Selbstbehauptung und tragischer Unvereinbarkeit mit seltener Schärfe zu gestalten. Empfohlen sei Das goldene Vließ Leserinnen und Lesern, die antike Mythen nicht als bloße Erzählbestände, sondern als Denkformen europäischer Literatur begreifen möchten. Die Trilogie belohnt genaue Lektüre durch ihre dramaturgische Architektur, ihre moralische Vieldeutigkeit und ihre bis heute aktuelle Reflexion über Heimat, Gewalt und Verantwortung. Sie ist ein Schlüsselwerk des deutschsprachigen Dramas.
Franz Grillparzers dramatische Trilogie Das goldene Vließ verbindet in den Teilen Der Gastfreund, Die Argonauten und Medea den Mythos der Argonautensage mit einer psychologisch präzisen Untersuchung von Schuld, Fremdheit und Macht. In klassizistisch gebändigter, zugleich spannungsreicher Sprache entfaltet Grillparzer ein Trauerspiel, dessen antike Stofflichkeit in die Konflikte des modernen Subjekts hineinragt. Das Vließ erscheint weniger als heroisches Ziel denn als Symbol verhängnisvoller Besitzgier und zerstörter Bindungen. Als österreichischer Dramatiker der Restaurationszeit stand Grillparzer zwischen aufklärerischem Erbe, Wiener Theatertradition und den politischen Erstarrungen nach 1815. Seine Erfahrung bürokratischer Enge, seine historische Bildung und sein sensibles Interesse an seelischer Ambivalenz prägen dieses Werk. Besonders die Gestalt Medeas erlaubt ihm, Fragen kultureller Ausgrenzung, weiblicher Selbstbehauptung und tragischer Unvereinbarkeit mit seltener Schärfe zu gestalten. Empfohlen sei Das goldene Vließ Leserinnen und Lesern, die antike Mythen nicht als bloße Erzählbestände, sondern als Denkformen europäischer Literatur begreifen möchten. Die Trilogie belohnt genaue Lektüre durch ihre dramaturgische Architektur, ihre moralische Vieldeutigkeit und ihre bis heute aktuelle Reflexion über Heimat, Gewalt und Verantwortung. Sie ist ein Schlüsselwerk des deutschsprachigen Dramas.