"Das katholische Dogma" entfaltet in konzentrierter, apologetisch geschärfter Form den Anspruch der katholischen Glaubenslehre auf Wahrheit, Verbindlichkeit und kirchliche Vermittlung. Im Mittelpunkt stehen Dogma, Autorität, Gnade, Sakramente und die Frage des Heils innerhalb der sichtbaren Kirche. Stilistisch verbindet das Werk katechetische Klarheit mit scholastischer Argumentation und reichlichem Rekurs auf Schrift, Väter und Konzilien. Es gehört in den Kontext einer katholischen Selbstvergewisserung des 19. Jahrhunderts, in der Lehrpräzision gegen religiösen Indifferentismus und protestantische Kritik profiliert wurde. Michael Müller, Redemptorist und Seelsorger, schrieb aus einer ausgesprochen pastoralen und missionarischen Perspektive. Seine theologische Strenge erklärt sich aus dem Anliegen, Gläubige in einer pluralen religiösen Umwelt zu unterweisen und vor Verwässerung zentraler Glaubenssätze zu bewahren. Die Nähe zur Volksmission, zur Beichte und zur Katechese prägt seine Sprache: Dogmatik erscheint nicht als akademisches Spiel, sondern als Frage des Lebens, der Gewissensbildung und des Heils. Empfohlen sei dieses Buch allen, die katholische Dogmatik historisch verstehen wollen: Theologen, Kirchenhistorikern und Lesern konfessioneller Literatur. Es verlangt kritische Aufmerksamkeit, belohnt aber mit einem klaren Einblick in eine Epoche entschiedener Lehrverteidigung.
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