Afrika hat 38.000 km Küste, 38 Küstenstaaten und 90% seines Außenhandels über den Seeweg abgewickelt - und doch ist sein Seerecht nach wie vor fragmentiert, veraltet und kolonial geprägt. Dieses Werk in sechs Teilen und 32 Kapiteln geht von einer paradoxen Feststellung aus: Ein außergewöhnliches maritimes Potenzial (Fischereiressourcen, Offshore-Kohlenwasserstoffe, strategische Häfen) bleibt mangels eines souveränen normativen Rahmens massiv verschwendet. Die illegale Fischerei kostet jährlich zwischen 10 und 12 Milliarden USD; die Piraterie im Golf von Guinea lenkt Investitionen ab; maritime Streitigkeiten werden in London, Paris oder Hamburg beigelegt. Der Autor schlägt eine dekoloniale Neugründung des afrikanischen Seerechts vor: kritische Bewertung der internationalen Übereinkommen (UNCLOS, SOLAS, MARPOL, MLC 2006), regionale Harmonisierung, Schaffung afrikanischer Schiedsstellen und Einbeziehung von drei aufkommenden Fronten - dem Klimawandel, der die Küstenhäfen bedroht, der maritimen digitalen Revolution mit ihren rechtlichen Lücken und der Governance der blauen Wirtschaft. Das Buch versteht sich als Nachschlagewerk, Reformleitfaden und Plädoyer für die afrikanische Seehoheit.
AmazonPagina's: 196, Paperback, Verlag Unser Wissen
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