Der Fall Deruga: Ein Gerichtskrimi
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Beschrijving
Bol
Der Fall Deruga verbindet die Spannung des Gerichtskriminalromans mit der psychologischen Präzision des modernen Erzählens. Im Zentrum steht der italienische Arzt Sigismondo Deruga, der beschuldigt wird, seine geschiedene Frau vergiftet zu haben; vor dem Münchner Schwurgericht entfaltet sich weniger ein bloßes Rätsel als eine Untersuchung von Wahrheit, Schuld und gesellschaftlicher Voreingenommenheit. Huchs Stil ist knapp, ironisch und zugleich analytisch: Aus Zeugenaussagen, Erinnerungen und juristischen Ritualen entsteht ein vielstimmiges Bild bürgerlicher Moral um 1900. Ricarda Huch (1864-1947), Dichterin, Historikerin und eine der ersten promovierten Frauen im deutschsprachigen Raum, verband literarische Formkraft mit historischem und philosophischem Interesse. Ihre Studien zur Romantik, zur Reformation und zu revolutionären Bewegungen schärften den Blick für Konflikte zwischen Individuum und Institution. Diese Erfahrung prägt auch Der Fall Deruga: Das Gericht erscheint als Bühne, auf der Charakter, Leidenschaft und Konvention miteinander ringen. Empfohlen sei dieser Roman allen Leserinnen und Lesern, die Kriminalliteratur nicht nur als Aufklärung eines Verbrechens, sondern als Erkenntnisform schätzen. Huch bietet ein intellektuell waches, elegant komponiertes Werk, das bis heute Fragen nach Beweis, Urteil und menschlicher Würde stellt.
Der Fall Deruga verbindet die Spannung des Gerichtskriminalromans mit der psychologischen Präzision des modernen Erzählens. Im Zentrum steht der italienische Arzt Sigismondo Deruga, der beschuldigt wird, seine geschiedene Frau vergiftet zu haben; vor dem Münchner Schwurgericht entfaltet sich weniger ein bloßes Rätsel als eine Untersuchung von Wahrheit, Schuld und gesellschaftlicher Voreingenommenheit. Huchs Stil ist knapp, ironisch und zugleich analytisch: Aus Zeugenaussagen, Erinnerungen und juristischen Ritualen entsteht ein vielstimmiges Bild bürgerlicher Moral um 1900. Ricarda Huch (1864-1947), Dichterin, Historikerin und eine der ersten promovierten Frauen im deutschsprachigen Raum, verband literarische Formkraft mit historischem und philosophischem Interesse. Ihre Studien zur Romantik, zur Reformation und zu revolutionären Bewegungen schärften den Blick für Konflikte zwischen Individuum und Institution. Diese Erfahrung prägt auch Der Fall Deruga: Das Gericht erscheint als Bühne, auf der Charakter, Leidenschaft und Konvention miteinander ringen. Empfohlen sei dieser Roman allen Leserinnen und Lesern, die Kriminalliteratur nicht nur als Aufklärung eines Verbrechens, sondern als Erkenntnisform schätzen. Huch bietet ein intellektuell waches, elegant komponiertes Werk, das bis heute Fragen nach Beweis, Urteil und menschlicher Würde stellt.