Der Geizige (L'Avare)
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Beschrijving
Bol
Molières Komödie Der Geizige, 1668 als L'Avare uraufgeführt, entfaltet um den tyrannischen Harpagon eine präzise Studie der Habgier als sozialer und seelischer Verformung. Im Mittelpunkt stehen Heiratsintrigen, Generationenkonflikte und die groteske Herrschaft des Geldes über Familie, Liebe und Sprache. Der fünfaktige Prosatext verbindet Elemente der römischen Komödie, der Commedia dell'arte und der französischen Klassik zu einer scharf gebauten Charakterkomödie, deren Komik aus Wiederholung, Verstellung und moralischer Entlarvung entsteht. Jean Baptiste Molière, Schauspieler, Theaterleiter und Dramatiker am Hof Ludwigs XIV., kannte die Mechanismen gesellschaftlicher Rollen aus praktischer Bühnenerfahrung. Seine Konflikte mit religiösen und sozialen Autoritäten schärften seinen Blick für Heuchelei, Standesdünkel und bürgerliche Besitzangst. Der Geizige steht in einer Reihe mit Tartuffe und Der Menschenfeind: Molière macht eine fixe Leidenschaft sichtbar, ohne sie bloß abstrakt zu verurteilen. Dieses Stück empfiehlt sich Lesern, die klassische Komödie nicht als harmloses Vergnügen, sondern als analytische Kunstform verstehen möchten. Harpagons Lächerlichkeit bleibt beunruhigend aktuell, weil sie ökonomisches Denken bis in intime Beziehungen verfolgt. Der Geizige ist daher zugleich unterhaltsames Theater, psychologische Fallstudie und dauerhafte Satire auf eine Gesellschaft, die Wert mit Besitz verwechselt.
Molières Komödie Der Geizige, 1668 als L'Avare uraufgeführt, entfaltet um den tyrannischen Harpagon eine präzise Studie der Habgier als sozialer und seelischer Verformung. Im Mittelpunkt stehen Heiratsintrigen, Generationenkonflikte und die groteske Herrschaft des Geldes über Familie, Liebe und Sprache. Der fünfaktige Prosatext verbindet Elemente der römischen Komödie, der Commedia dell'arte und der französischen Klassik zu einer scharf gebauten Charakterkomödie, deren Komik aus Wiederholung, Verstellung und moralischer Entlarvung entsteht. Jean Baptiste Molière, Schauspieler, Theaterleiter und Dramatiker am Hof Ludwigs XIV., kannte die Mechanismen gesellschaftlicher Rollen aus praktischer Bühnenerfahrung. Seine Konflikte mit religiösen und sozialen Autoritäten schärften seinen Blick für Heuchelei, Standesdünkel und bürgerliche Besitzangst. Der Geizige steht in einer Reihe mit Tartuffe und Der Menschenfeind: Molière macht eine fixe Leidenschaft sichtbar, ohne sie bloß abstrakt zu verurteilen. Dieses Stück empfiehlt sich Lesern, die klassische Komödie nicht als harmloses Vergnügen, sondern als analytische Kunstform verstehen möchten. Harpagons Lächerlichkeit bleibt beunruhigend aktuell, weil sie ökonomisches Denken bis in intime Beziehungen verfolgt. Der Geizige ist daher zugleich unterhaltsames Theater, psychologische Fallstudie und dauerhafte Satire auf eine Gesellschaft, die Wert mit Besitz verwechselt.