Der Mann, der Donnerstag war - Ein Komplott anarchistischer Terroristen ist weit mehr als ein politischer Abenteuerroman. In der Gestalt des Dichters und Polizeispitzels Gabriel Syme, der in einen geheimen anarchistischen Rat eindringt, entfaltet Chesterton eine fiebrige Parabel über Ordnung, Freiheit und metaphysische Angst. Der Stil verbindet detektivische Spannung, groteske Komik, paradoxen Dialog und symbolistische Traumlogik; im literarischen Kontext der edwardianischen Moderne erscheint der Roman als Gegenentwurf zum nüchternen Realismus seiner Zeit. G. K. Chesterton, Essayist, Journalist, Dichter und später katholischer Apologet, war ein Meister des Paradoxons und ein scharfer Kritiker ideologischer Gewissheiten. Seine Beschäftigung mit Anarchismus, Säkularisierung, Polizeistaat und religiöser Sinnsuche prägte dieses 1908 erschienene Werk. Aus seiner publizistischen Erfahrung erwächst die glänzende Rhetorik; aus seiner spirituellen Unruhe die Frage, ob hinter dem scheinbaren Chaos eine verborgene Vorsehung steht. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Kriminalliteratur nicht nur als Rätsel, sondern als philosophisches Experiment begreifen. Wer politische Satire, theologische Allegorie und rasante Verfolgungsjagden gleichermaßen schätzt, findet hier einen Klassiker von unverminderter intellektueller Frische.
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