Der versiegelte Engel, und andere Geschichten
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Beschrijving
Bol
Der versiegelte Engel, und andere Geschichten versammelt Erzählungen, in denen religiöse Bildwelt, soziale Beobachtung und mündliche Fabulierlust ineinandergreifen. Im Zentrum der Titelgeschichte steht eine Altgläubigengemeinde, deren wundertätige Ikone unter staatlicher Kontrolle versiegelt wird; daraus entwickelt Leskow eine kunstvoll gebaute Parabel über Glauben, Handwerk, Gesetz und Gewissen. Sein Stil verbindet skazähnliche Erzählrede, ironische Präzision und ethnographische Genauigkeit und steht im Kontext des russischen Realismus, ohne dessen psychologischen Ernst gegen Legende, Komik und Sprachmusik auszuspielen. Nikolai Semjonowitsch Leskow (1831-1895) war durch Reisen als Angestellter eines Handelsunternehmens mit Provinz, Handwerkern, Geistlichen, Sekten und Beamten vertraut. Diese Nähe zu Randmilieus der russischen Gesellschaft prägte seine Skepsis gegenüber bürokratischer Macht ebenso wie seine Faszination für volkstümliche Frömmigkeit. Als Schriftsteller zwischen Slawophilie, Westlertum und kirchlicher Orthodoxie suchte er weniger Thesen als Stimmen; gerade deshalb erscheinen seine frommen Sonderlinge zugleich historisch konkret und moralisch überraschend. Diese Ausgabe empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die russische Literatur jenseits der großen Romane entdecken möchten. Leskow bietet keine bloße Idylle, sondern eine anspruchsvolle Prosa, in der das Wunderbare stets an soziale Wirklichkeit gebunden bleibt. Wer sich für Erzähltechnik, religiöse Kulturgeschichte oder die poetische Würde des Unscheinbaren interessiert, findet hier ein reiches, kluges und nachhaltig wirkendes Buch.
Der versiegelte Engel, und andere Geschichten versammelt Erzählungen, in denen religiöse Bildwelt, soziale Beobachtung und mündliche Fabulierlust ineinandergreifen. Im Zentrum der Titelgeschichte steht eine Altgläubigengemeinde, deren wundertätige Ikone unter staatlicher Kontrolle versiegelt wird; daraus entwickelt Leskow eine kunstvoll gebaute Parabel über Glauben, Handwerk, Gesetz und Gewissen. Sein Stil verbindet skazähnliche Erzählrede, ironische Präzision und ethnographische Genauigkeit und steht im Kontext des russischen Realismus, ohne dessen psychologischen Ernst gegen Legende, Komik und Sprachmusik auszuspielen. Nikolai Semjonowitsch Leskow (1831-1895) war durch Reisen als Angestellter eines Handelsunternehmens mit Provinz, Handwerkern, Geistlichen, Sekten und Beamten vertraut. Diese Nähe zu Randmilieus der russischen Gesellschaft prägte seine Skepsis gegenüber bürokratischer Macht ebenso wie seine Faszination für volkstümliche Frömmigkeit. Als Schriftsteller zwischen Slawophilie, Westlertum und kirchlicher Orthodoxie suchte er weniger Thesen als Stimmen; gerade deshalb erscheinen seine frommen Sonderlinge zugleich historisch konkret und moralisch überraschend. Diese Ausgabe empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die russische Literatur jenseits der großen Romane entdecken möchten. Leskow bietet keine bloße Idylle, sondern eine anspruchsvolle Prosa, in der das Wunderbare stets an soziale Wirklichkeit gebunden bleibt. Wer sich für Erzähltechnik, religiöse Kulturgeschichte oder die poetische Würde des Unscheinbaren interessiert, findet hier ein reiches, kluges und nachhaltig wirkendes Buch.
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