Karl Theodor Helfferichs "Der Weltkrieg" ist eine zeitgeschichtliche Darstellung aus der Perspektive eines unmittelbar beteiligten Staatsmannes. Das Werk verbindet politische Analyse, wirtschaftliche Argumentation und apologetische Verteidigung deutscher Entscheidungen vor und während des Ersten Weltkriegs. In sachlich-dokumentierendem, zugleich polemisch zugespitztem Stil ordnet Helfferich Diplomatie, Kriegsfinanzierung und internationale Machtkonflikte in den Deutungshorizont der frühen Weimarer Nachkriegsdebatten ein. Helfferich, 1872 geboren, war Nationalökonom, Bankier und einflussreicher Politiker des Kaiserreichs. Als Staatssekretär des Reichsschatzamts, später des Innern, stand er im Zentrum jener administrativen und finanziellen Herausforderungen, die der Krieg dem Deutschen Reich auferlegte. Seine berufliche Nähe zu Währungspolitik, Kolonialfragen und Staatsfinanzen prägte seine Sicht auf Ursachen, Verlauf und Folgen des Krieges maßgeblich und erklärt den analytischen Nachdruck seiner Darstellung. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die nicht nur eine Chronik militärischer Ereignisse suchen, sondern ein Quellenzeugnis politischer Selbstdeutung. Gerade weil Helfferich parteilich schreibt, ist "Der Weltkrieg" historisch aufschlussreich: Es macht Denkformen, Rechtfertigungsstrategien und ökonomische Argumente einer untergegangenen Reichselite sichtbar.
AmazonPagina's: 696, Paperback, Sharp Ink
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