Die Beliebtheit des Neomythologismus im Schaffen zeitgenössischer Künstler und dessen Verbindung zur symbolischen Bildsprache tragen dazu bei, dass die Aufmerksamkeit der theoretischen Kunstwissenschaft - "beflügelt" von semiotischen Ideen - auf Figuren und Tropen gerichtet wird, die eine sprachliche Manifestation des Symbolismus darstellen. Und hier wird das Ungleichgewicht zwischen ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis offensichtlich. Obwohl im 20. Jahrhundert viele herausragende Kunstwissenschaftler die historischen Formen des Symbolismus in der bildenden Kunst der Vergangenheit gründlich erforscht haben, fehlt es in der zeitgenössischen Ästhetik nach wie vor an einer Theorie des bildenden Tropus, die den Anforderungen des zeitgenössischen Wissens gerecht würde. In den Beiträgen des vorliegenden Sammelbands, ohne den Anspruch zu erheben, das Thema erschöpfend zu behandeln, und sich auf einen Überblick über das europäische ästhetische Denken beschränkend, bietet die Autorin einen Einblick in die historische Dynamik ästhetischer Ideen, die als theoretische Grundlage für verschiedene Formen tropischer Bildsprache in der Kunst dienten. Denn wie die Quellen zeigen, reichen die Wurzeln vieler zeitgenössischer theoretischer Positionen in diesem Bereich bis in die ferne und nicht allzu ferne Vergangenheit zurück.
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