Die Erlkönigin ist als historischer Roman auf die spannungsreiche Verbindung von Geschichtskolorit, Legendenmotiv und Gesellschaftserzählung angelegt. Schon der Titel ruft die romantische Tradition des unheimlich Verführerischen auf und verschiebt sie in eine weiblich codierte Gestalt. Eschstruths Erzählweise verbindet anschauliche Szenenführung, melodramatische Zuspitzung und ein ausgeprägtes Interesse an Stand, Ehre, Familie und moralischer Bewährung. Damit steht das Buch im Kontext jener populären historischen Prosa des späten 19. Jahrhunderts, die Vergangenheit nicht antiquarisch, sondern als Bühne seelischer und sozialer Konflikte versteht. Nataly von Eschstruth, 1860 geboren und eine vielgelesene deutsche Erzählerin ihrer Zeit, schrieb bevorzugt über höfische, adelige und militärisch geprägte Lebenswelten. Ihre Herkunft und ihr Blick auf gesellschaftliche Rangordnungen, weibliche Handlungsspielräume und emotionale Pflichten mögen die Stoffwahl dieses Romans entscheidend begünstigt haben. In Die Erlkönigin nutzt sie historische Distanz, um Fragen nach Macht, Begehren und sittlicher Verantwortung erzählerisch zu verdichten. Empfohlen sei dieser Roman Leserinnen und Lesern, die historische Unterhaltung mit kulturgeschichtlichem Interesse verbinden möchten. Wer die Schnittstelle von Romantiknachwirkung, Frauenfigur und Gesellschaftsroman erkunden will, findet hier ein charakteristisches, atmosphärisch dichtes Werk Eschstruths.
Prijshistorie
* Prijshistorie bevat geen data van Amazon, Amazon Marketplace.
Prijzen voor het laatst bijgewerkt op: