In "Die Gesellschaft, wie ich sie vorgefunden habe" entwirft Ward McAllister ein ebenso selbstbewusstes wie aufschlussreiches Panorama der amerikanischen High Society des späten 19. Jahrhunderts. Als Memoirenschrift verbindet das Buch gesellschaftliche Chronik, Benimmlehre und persönliche Apologie: Bälle, Diners, Sommerfrischen und Heiratsstrategien erscheinen als Rituale sozialer Ordnung. Literarisch steht es im Kontext der Gilded Age-Prosa, deren Faszination für Rang, Reichtum und Performanz hier aus der Perspektive eines Insiders dokumentiert wird. McAllister, in Georgia geboren und später in New York zum einflussreichen Zeremonienmeister der Elite aufgestiegen, wurde berühmt durch seine Vorstellung der "Four Hundred", jener angeblich exklusiven Zahl gesellschaftsfähiger Personen. Seine Erfahrungen in Europa, seine Nähe zu Familien wie den Astors und sein Gespür für soziale Kodizes prägen dieses Werk. Es ist weniger bloße Erinnerung als der Versuch, eine bedrohte aristokratische Ordnung in einer demokratisch-kapitalistischen Nation zu legitimieren. Empfohlen sei dieses Buch allen, die Gesellschaftsgeschichte nicht nur als Abfolge politischer Ereignisse, sondern als Studium von Gesten, Räumen und Ausschlüssen verstehen. McAllisters Darstellung ist parteiisch, doch gerade darin historisch wertvoll: Sie enthüllt, wie Elite sich selbst sah, erfand und verteidigte.
Prijshistorie
* Prijshistorie bevat geen data van Amazon, Amazon Marketplace.
Prijzen voor het laatst bijgewerkt op: