Die Höhen und Tiefen der lettischen Übersetzungslandschaft

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Bol Die lettische nationale Identität, die stark sprachzentriert ist, das literarische Polysystem und sogar die Schriftsprache selbst sind zu einem großen Teil das Ergebnis von Übersetzungen. Übersetzungen spielten in den Anfängen der lettischen Schriftsprache im 16. bis 18. Jahrhundert eine außerordentlich wichtige, ja sogar entscheidende Rolle. Übersetzer formten, kodifizierten und modifizierten die lettische Schriftsprache. Religiöse Übersetzungen folgten einem streng getreuen Ansatz. Weltliche Übersetzungen waren Lokalisierungen leicht lesbarer, sentimentaler deutscher Geschichten. Parallel zum Aufkommen der einheimischen Literatur im 19. Jahrhundert vollzog sich ein allmählicher Übergang von der Adaption zur Fremdsprachigkeit und Getreue als Hauptansatz. Die Übersetzungshaltung war eindeutig mangelhaft - die lettische Öffentlichkeit musste alles Unbekannte erwerben und verinnerlichen. Als ambitioniertere Übersetzungen westlicher Klassiker begannen, die in der Regel von angesehenen lettischen Schriftstellern angefertigt wurden, trat die traditionelle Treue in den Hintergrund. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg das Übersetzungsvolumen rapide an. Die Übersetzungspolitik verlief während der sowjetischen und deutschen Besatzung zickzackförmig und erreichte Ende des 20. Jahrhunderts eine postmoderne Reife.

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Die lettische nationale Identität, die stark sprachzentriert ist, das literarische Polysystem und sogar die Schriftsprache selbst sind zu einem großen Teil das Ergebnis von Übersetzungen. Übersetzungen spielten in den Anfängen der lettischen Schriftsprache im 16. bis 18. Jahrhundert eine außerordentlich wichtige, ja sogar entscheidende Rolle. Übersetzer formten, kodifizierten und modifizierten die lettische Schriftsprache. Religiöse Übersetzungen folgten einem streng getreuen Ansatz. Weltliche Übersetzungen waren Lokalisierungen leicht lesbarer, sentimentaler deutscher Geschichten. Parallel zum Aufkommen der einheimischen Literatur im 19. Jahrhundert vollzog sich ein allmählicher Übergang von der Adaption zur Fremdsprachigkeit und Getreue als Hauptansatz. Die Übersetzungshaltung war eindeutig mangelhaft - die lettische Öffentlichkeit musste alles Unbekannte erwerben und verinnerlichen. Als ambitioniertere Übersetzungen westlicher Klassiker begannen, die in der Regel von angesehenen lettischen Schriftstellern angefertigt wurden, trat die traditionelle Treue in den Hintergrund. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts stieg das Übersetzungsvolumen rapide an. Die Übersetzungspolitik verlief während der sowjetischen und deutschen Besatzung zickzackförmig und erreichte Ende des 20. Jahrhunderts eine postmoderne Reife.

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Pagina's: 116, Paperback, Verlag Unser Wissen


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  • 9786208892913
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