In seinen Romanen greift Salman Rushdie auf den westlichen Kanon, östliche Perspektiven und die Populärkultur zurück, rückt dabei die Unwirklichkeit des Realen in den Vordergrund und betont so das Bewusstsein für das verzerrte Bild, das das Selbst im brechenden Spiegel des Anderen projiziert. Dieses Spiel mit Wahrnehmungen und Darstellungen steht im Mittelpunkt von Isabela Meril¿s Studie zum Thema "Die Konstruktion des Andersseins in Salman Rushdies Romanen". Zu den untersuchten Aspekten, die den Leser faszinieren dürften, gehören unter anderem: die häufigen Einbrüche des Erzählers in das Selbst, die therapeutische Neuschreibung des Konflikts zwischen Zentrum und Peripherie, kulturelle Hybridisierung, Verdrängung und kathartischer Kulturtransfer, Westler im Orient oder die Kolonisierung des Kolonisators. Isabela Meril¿ gelingt es, die Stimme der wissenschaftlichen Forscherin mit der einer inspirierten Geschichtenerzählerin zu verbinden und so eine originelle Neubetrachtung von Rushdies Romanwelten zu bieten. (Professorin Michaela Praisler)
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