Dieser Essay bietet eine umfassende Interpretation von Hannah Arendts Denken, ausgehend von einer Leitthese: Ihr Werk entwirft eine Form postmetaphysischer Ontologie - also eine Seinsauffassung, die weder auf einem transzendenten Fundament noch auf einer Hierarchie zwischen der sinnlichen und der intelligiblen Welt beruht, sondern in der Immanenz der gemeinsamen Welt, der Pluralität der Perspektiven und der menschlichen Urteilskraft verankert ist. Der erste Teil der Studie beleuchtet Arendts Neukonzeption des Weltbegriffs. Die Welt wird hier nicht als eine von Subjekten unabhängige objektive Realität verstanden, sondern als Erscheinungsraum, in dem sich Menschen einander durch Rede und Handeln offenbaren. Diese Auffassung bricht mit der klassisch-metaphysischen Tradition - insbesondere der platonischen -, indem sie sich weigert, die Wahrheit in einem intelligiblen Bereich jenseits der sichtbaren Welt zu verorten. Der zweite Teil analysiert die ontologische Struktur von Erscheinung und Pluralität. Für Arendt verbirgt sich das Sein nicht hinter den Phänomenen, sondern manifestiert sich in deren Sichtbarkeit; Pluralität erweist sich somit als grundlegende ontologische Bedingung.
AmazonPagina's: 288, Paperback, Verlag Unser Wissen
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