Das terminale Nierenversagen ist der endgültige Verlust der Nierenfunktion, der durch verschiedene Erkrankungen verursacht wird: Diabetes, Bluthochdruck, polyzystische Nierenerkrankung ... von denen einige erblich bedingt sind. Unsere Arbeit und unsere Gegenübertragung mit diesen Patienten haben beunruhigende Gefühle hervorgerufen, in denen sich Empathie, Ratlosigkeit und manchmal sogar Fassungslosigkeit vermischen, was uns in hohem Maße zu klinischen Fragestellungen geführt hat. Diese Fragestellungen betreffen die psychische Funktionsweise von Niereninsuffizienten. Der Dialysepatient wurde durch einen realen Verlust - den seiner Nieren - geschwächt, der einen Verlust anderer Art widerspiegelt. Der eingetretene Bruch bringt archaische und todbringende Ängste zum Vorschein, so wie sie zum Ausdruck kommen. Trotz der Erschöpfung scheint sich jedoch eine psychische Dynamik abzuzeichnen: "Lasst mich in Ruhe", "Ich möchte Schluss machen", "Es hat keinen Sinn, so weiterzuleben", "Ich fühle mich nutzlos", "Ich will nicht mehr zur Dialyse kommen". Wenn wir den Dialysepatienten schon nicht erziehen und seine Fähigkeiten nicht fördern können, können wir vielleicht versuchen, von ihm und seinen subjektiven Erfahrungen in der Palliativversorgung zu lernen. Das ist das Ziel dieses Buches.
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