Die Tigerin: Eine absonderliche Liebesgeschichte
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Beschrijving
Bol
Die Tigerin (1925) entfaltet als absonderliche Liebesgeschichte eine fiebrige Miniatur aus Betrug, Begehren und großstädtischer Maskerade. Im Milieu von Hotels, Bars und wechselnden Identitäten begegnen sich Verführer, Spieler und Ausgestoßene; Handlung wird weniger psychologisch erklärt als in scharfen Gesten, Dialogen und abrupten Schnitten vorgeführt. Serners Stil verbindet dadaistische Lakonie, kriminalliterarische Spannung und eine kalte Erotik der Moderne, wodurch das Buch zwischen Avantgarde, Groschenroman und moralischer Fallstudie steht. Walter Serner, 1889 in Karlsbad als Walter Seligmann geboren, war Jurist, Schriftsteller und eine schillernde Figur des Zürcher Dada. Seine Erfahrung mit Exil, Bohème, Hochstapelei und literarischer Provokation prägte seine Prosa ebenso wie sein Manifest Letzte Lockerung. Die Tigerin wirkt aus dieser Biographie heraus wie eine erzählerische Versuchsanordnung: bürgerliche Sicherheiten werden zerlegt, Sprache wird entlarvend knapp, Identität erscheint als riskante Rolle. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die die dunkle, elegante Seite der klassischen Moderne suchen. Wer Kriminalplot, erotische Ambivalenz und sprachliche Präzision jenseits konventioneller Moral schätzt, findet hier ein schmales, aber außerordentlich dichtes Werk.
Die Tigerin (1925) entfaltet als absonderliche Liebesgeschichte eine fiebrige Miniatur aus Betrug, Begehren und großstädtischer Maskerade. Im Milieu von Hotels, Bars und wechselnden Identitäten begegnen sich Verführer, Spieler und Ausgestoßene; Handlung wird weniger psychologisch erklärt als in scharfen Gesten, Dialogen und abrupten Schnitten vorgeführt. Serners Stil verbindet dadaistische Lakonie, kriminalliterarische Spannung und eine kalte Erotik der Moderne, wodurch das Buch zwischen Avantgarde, Groschenroman und moralischer Fallstudie steht. Walter Serner, 1889 in Karlsbad als Walter Seligmann geboren, war Jurist, Schriftsteller und eine schillernde Figur des Zürcher Dada. Seine Erfahrung mit Exil, Bohème, Hochstapelei und literarischer Provokation prägte seine Prosa ebenso wie sein Manifest Letzte Lockerung. Die Tigerin wirkt aus dieser Biographie heraus wie eine erzählerische Versuchsanordnung: bürgerliche Sicherheiten werden zerlegt, Sprache wird entlarvend knapp, Identität erscheint als riskante Rolle. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die die dunkle, elegante Seite der klassischen Moderne suchen. Wer Kriminalplot, erotische Ambivalenz und sprachliche Präzision jenseits konventioneller Moral schätzt, findet hier ein schmales, aber außerordentlich dichtes Werk.
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