Ein Kampf um Rom: Zweiter Band

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Bol Langsam sank die Sonne hinter die grünen Hügel von Fäsulä und vergoldete die Säulen vor dem schlichten Landhaus, in welchem Rauthgundis als Herrin schaltete.Die gotischen Knechte und die römischen Sklaven waren beschäftigt, die Arbeit des Tages zu beschließen. Der Mariskalk brachte die jungen Rosse von der Weide ein. Zwei andere Knechte leiteten den Zug stattlicher Rinder von dem Anger auf dem Hügel nach den Ställen, indes der Ziegenbub mit römischen Scheltworten seine Schutzbefohlnen vorwärts trieb, die genäschig hier und da an dem salzigen Steinbrech nagten, der auf dem zerbröckelten Mauerwerk am Wege grünte. Andre germanische Knechte räumten das Ackergerät im Hofraum auf: und ein römischer Freigelassener, gar ein gelehrter und vornehmer Herr, der Obergärtner selbst, verließ mit einem zufriedenen Blick die Stätte seiner blühenden und duftenden Wissenschaft.Da kam aus dem Roßstall unser kleiner Freund Athalwin im Kranze seiner hellgelben Locken. 'Vergiß mir ja nicht, Kakus, einen rostigen Nagel in den Trinkkübel zu werfen. Wachis hat's noch besonders aufgetragen! Daß er dich nicht wieder schlagen muß, wenn er heimkommt.' Und er warf die Thür zu. 'Ewiger Verdruß mit diesen welschen Knechten!' sprach der kleine Hausherr mit wichtigem Stolz. 'Seit der Vater fort ist und Wachis ihm ins Lager gefolgt, liegt alles auf mir: denn die Mutter, lieber Gott, ist wohl gut für die Mägde, aber die Knechte brauchen den Mann.'Und mit großem Ernst schritt das Büblein über den Hof.'Und sie haben vor mir gar nicht den rechten Respekt,' sprach er und warf die kirschroten Lippen auf und krauste die weiße Stirn. 'Woher soll er auch kommen? Mit nächster Sunnwend bin ich volle neun Jahr: und sie lassen mich noch immer herumgehn mit einem Ding wie ein Kochlöffel.' Und verächtlich riß er an dem kleinen Schwert von Holz in seinem Gurt. 'Sie dürften mir keck ein Weidmesser geben, ein rechtes Gewaffen. So kann ich nichts ausrichten und sehe nichts gleich.'

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Langsam sank die Sonne hinter die grünen Hügel von Fäsulä und vergoldete die Säulen vor dem schlichten Landhaus, in welchem Rauthgundis als Herrin schaltete.Die gotischen Knechte und die römischen Sklaven waren beschäftigt, die Arbeit des Tages zu beschließen. Der Mariskalk brachte die jungen Rosse von der Weide ein. Zwei andere Knechte leiteten den Zug stattlicher Rinder von dem Anger auf dem Hügel nach den Ställen, indes der Ziegenbub mit römischen Scheltworten seine Schutzbefohlnen vorwärts trieb, die genäschig hier und da an dem salzigen Steinbrech nagten, der auf dem zerbröckelten Mauerwerk am Wege grünte. Andre germanische Knechte räumten das Ackergerät im Hofraum auf: und ein römischer Freigelassener, gar ein gelehrter und vornehmer Herr, der Obergärtner selbst, verließ mit einem zufriedenen Blick die Stätte seiner blühenden und duftenden Wissenschaft.Da kam aus dem Roßstall unser kleiner Freund Athalwin im Kranze seiner hellgelben Locken. 'Vergiß mir ja nicht, Kakus, einen rostigen Nagel in den Trinkkübel zu werfen. Wachis hat's noch besonders aufgetragen! Daß er dich nicht wieder schlagen muß, wenn er heimkommt.' Und er warf die Thür zu. 'Ewiger Verdruß mit diesen welschen Knechten!' sprach der kleine Hausherr mit wichtigem Stolz. 'Seit der Vater fort ist und Wachis ihm ins Lager gefolgt, liegt alles auf mir: denn die Mutter, lieber Gott, ist wohl gut für die Mägde, aber die Knechte brauchen den Mann.'Und mit großem Ernst schritt das Büblein über den Hof.'Und sie haben vor mir gar nicht den rechten Respekt,' sprach er und warf die kirschroten Lippen auf und krauste die weiße Stirn. 'Woher soll er auch kommen? Mit nächster Sunnwend bin ich volle neun Jahr: und sie lassen mich noch immer herumgehn mit einem Ding wie ein Kochlöffel.' Und verächtlich riß er an dem kleinen Schwert von Holz in seinem Gurt. 'Sie dürften mir keck ein Weidmesser geben, ein rechtes Gewaffen. So kann ich nichts ausrichten und sehe nichts gleich.'

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"Ein Kampf um Rom" von Felix Dahn ist ein historischer Roman, der die dramatischen Ereignisse um den Untergang des Ostgotenreichs im 6. Jahrhundert nach Christus schildert. Der Roman beginnt mit einer geheimen Versammlung von gotischen Anführern, die sich der drohenden Gefahr für ihr Reich bewusst sind. Der alternde König Theoderich der Große, einst ein mächtiger Herrscher, ist krank und schwach geworden, und sein Tod scheint nahe. Die Goten stehen vor der Herausforderung, ihr Reich gegen die Bedrohungen von innen und außen zu verteidigen. Die Verschwörung der Römer, angeführt von Cethegus und unterstützt von der Kirche, zielt darauf ab, die Goten zu stürzen und die Herrschaft über Italien zurückzuerlangen. Der Roman beleuchtet die inneren Konflikte und politischen Intrigen sowohl auf gotischer als auch auf römischer Seite. Die Goten, die sich in einem fremden Land als Barbaren fühlen, kämpfen um ihre Identität und ihr Überleben. Der Roman endet mit dem unausweichlichen Untergang der Goten, die trotz ihrer Tapferkeit und ihres Mutes den übermächtigen Feinden nicht standhalten können. Dahn verwebt historische Fakten mit fiktiven Elementen, um ein lebendiges Bild dieser turbulenten Epoche zu zeichnen.


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EAN
  • 9791041903085
  • 9791041903047
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