Georg Ebers' "Ein Wort" entfaltet die Macht einer einzigen Äußerung: eines Versprechens, Bekenntnisses oder Urteils, das menschliche Beziehungen unwiderruflich bindet. Der Roman verbindet private Konflikte um Liebe, Ehre, Treue und Selbstbehauptung mit einem historisch sorgfältig modellierten Milieu. Ebers erzählt in klarer, anschaulicher Prosa, die gelehrte Detailfreude mit dramatischer Spannung vereint, und steht damit in der Tradition des deutschen historischen Romans des 19. Jahrhunderts. Der Autor Georg Ebers (1837-1898) war nicht nur ein erfolgreicher Erzähler, sondern auch ein bedeutender Ägyptologe und Kulturhistoriker. Seine wissenschaftliche Schulung, seine Reisen und seine Arbeit an alten Quellen prägten sein literarisches Verfahren: Geschichte erscheint bei ihm nicht als bloße Kulisse, sondern als geistige und soziale Ordnung, in der Figuren handeln müssen. Auch "Ein Wort" verrät dieses Interesse an moralischen Entscheidungen innerhalb historischer Lebensformen. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die historische Erzählkunst mit ethischer Tiefenschärfe schätzen. Wer bei Ebers nur exotische Antike erwartet, entdeckt hier einen Autor, der das Gewicht der Sprache, die Zerbrechlichkeit menschlicher Bindungen und die Verantwortung des Handelns eindringlich gestaltet.
AmazonPagina's: 176, Paperback, Sharp Ink
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