Johanna Ruf ist Zeugin des Untergangs. Sie ist die letzte, die ihr Schweigen nach Jahrzehnten bricht: Das ist übrigens mein Tagebuch von damals. Ich habe an jedem Tag etwas auf Zettel geschrieben, nachher in ein Schulheft übertragen und dann abgetippt. Lange war es mir peinlich, weil ich Helmut, dem kleinen Goebbels, eine heftige Backpfeife versetzt habe. Der war so frech! Überdreht. Wenige Stunden danach wird Helmut von seiner Mutter Magda Goebbels ermordet zusammen mit fünf Geschwistern. Johanna Ruf berichtet, wie sich ihr Bann vom Bund Deutscher Mädchen schick macht, weil die jungen Damen den Führer am 1. Mai 1945 begrüßen sollen. Kurzfristig wird der Besuch abgesagt. Dass Hitler sich da bereits in den Kopf geschossen hat, wissen sie noch nicht. Erst a m 3. Mai 1945 erfahren sie, dass der Führer verbrannt wurde. Die jungen Männer, die dabei waren, erzählen davon. Johanna kann es nicht glauben. Die Ereignisse vor der Kapitulation und die Zeit danach, als sie bei der Roten Armee in Frankfurt/Oder dienstverpflichtet ist, werden hier so umfassend geschildert wie nie zuvor. Der besondere Wert von Johanna Rufs Tagebuch liegt in der Unmittelbarkeit ihrer Notizen. Das Tagebuch ist wissenschaftlich kommentiert, wo es zum Verständnis notwendig erscheint
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