Vor dem Arabischen Frühling und seitdem sind Wahlen zu einem gemeinsamen Merkmal der politischen Landschaft im Nahen Osten und Nordafrika (MENA oder Maghreb) geworden, wo in den letzten Jahren Dutzende von Wahlen stattgefunden haben. Aber mehr und häufigere Wahlen oder sogar eine gewisse politische Liberalisierung sind nicht gleichbedeutend mit Demokratisierung. Dort, wo Wahlen zu einem Merkmal des politischen Systems geworden sind, findet diese Analyse aus dem Jahr 2003 Hinweise auf eine Deliberalisierung. Bei genauerer Betrachtung der Zeit vor dem Arabischen Frühling anhand einer Fallstudie zu einem säkularen MENA-Land (Tunesien) zeigt die Analyse, dass in Tunesien ein Zustand des Pseudorepublicanismus herrscht, der möglicherweise von anderen Ländern in der Region nachgeahmt wird. Grund dafür ist das Fehlen einer gut entwickelten Zivilgesellschaft, wodurch Elemente der Demokratie mit entliberalierenden Faktoren zusammenwirken und einen instabilen Schauplatz für politische und soziale Konflikte schaffen können.
AmazonPagina's: 60, Paperback, Verlag Unser Wissen
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