Einer vom Hause Lesa entfaltet in konzentrierter erzählerischer Form ein für Johanna Spyri typisches Gefüge aus Familie, Herkunft, Gewissensbildung und sozialer Verantwortung. Die Geschichte verbindet die Anschaulichkeit realistischer Alltagsbeobachtung mit einer moralisch durchdrungenen, doch niemals bloß belehrenden Kinderliteratur. In der Tradition des 19. Jahrhunderts steht das Buch zwischen häuslicher Erzählung, christlich geprägter Erziehungsschrift und poetischer Naturdarstellung; seine klare Sprache, die sorgfältige Figurenführung und der Blick für kindliche Empfindungen verleihen ihm bleibende literarische Geschlossenheit. Johanna Spyri, 1827 im Zürcher Oberland geboren, schöpfte aus einer genauen Kenntnis ländlicher Lebenswelten, protestantischer Frömmigkeit und bürgerlicher Familienkultur. Wie in Heidi prägen auch hier ihre Erfahrungen mit sozialer Ungleichheit, Krankheit, Fürsorge und der seelischen Entwicklung junger Menschen das Erzählen. Ihre biographische Nähe zu alpinen Landschaften und ihr Interesse an innerer Läuterung erklären die stille Eindringlichkeit dieses Werkes. Empfohlen sei dieser Klassiker allen Leserinnen und Lesern, die Kinder- und Jugendliteratur nicht als einfache Unterhaltung, sondern als historisch bedeutsame Form ethischer und ästhetischer Bildung verstehen. Das Buch bietet jungen Lesenden Orientierung und Erwachsenen einen aufschlussreichen Zugang zu Spyris erzählerischer Kunst.
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