Manfred Kybers "Einführung in das Gesamtgebiet des Okkultismus: Vom Altertum bis zur Gegenwart" bietet eine systematische Annäherung an jene Lehren und Praktiken, die im Grenzbereich von Religion, Naturphilosophie, Psychologie und Esoterik stehen. Das Buch entfaltet einen historischen Bogen von antiken Mysterien, Magie und Dämonologie über mittelalterliche und neuzeitliche Überlieferungen bis zu modernen Strömungen des Spiritismus und der okkulten Forschung. Stilistisch verbindet Kyber gelehrte Übersicht, essayistische Zuspitzung und weltanschauliche Deutung; sein Text gehört in den Kontext der frühen deutschsprachigen Esoterikliteratur des 20. Jahrhunderts. Der Autor Manfred Kyber, 1880 in Riga geboren und 1933 in Löwenstein gestorben, war Schriftsteller, Dramatiker und Kulturkritiker. Bekannt wurde er vor allem durch seine Tiergeschichten, doch sein Werk ist zugleich von Mystik, Theosophie, ethischem Idealismus und Kritik am materialistischen Zeitgeist geprägt. Seine Beschäftigung mit dem Okkultismus erwächst aus dem Bedürfnis, verborgene geistige Zusammenhänge ernst zu nehmen und sie gegen bloße Sensationslust wie gegen dogmatische Ablehnung zu verteidigen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die eine historisch orientierte, zugleich engagierte Einführung in okkulte Denktraditionen suchen. Es ist besonders wertvoll als Dokument einer Epoche, in der Wissenschaft, Religion und Esoterik neu verhandelt wurden, und fordert bis heute zu kritischer, aber offener Lektüre heraus.
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