Emilia Galotti
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Beschrijving
Bol
Emilia Galotti entfaltet die Katastrophe einer bürgerlichen Familie im Schatten fürstlicher Willkür: Der Prinz von Guastalla begehrt Emilia, Marinellis Intrige beseitigt ihren Verlobten Appiani, und Odoardo Galotti sieht in der Tötung der Tochter den letzten Ausweg aus entehrender Macht. Lessing verbindet knappe, spannungsgeladene Szenenführung mit psychologischer Präzision. Als bürgerliches Trauerspiel der Aufklärung sprengt das Drama höfische Tragödienkonventionen und macht Moral, Gewalt und gesellschaftliche Abhängigkeit verhandelbar. Gotthold Ephraim Lessing, 1729 geboren und 1781 gestorben, war Dramatiker, Kritiker und zentraler Denker der deutschen Aufklärung. Seine theoretischen Schriften, besonders die Hamburgische Dramaturgie, zielten auf ein nationales, vernunftgeleitetes Theater jenseits starrer französischer Regeln. Erfahrungen mit Zensur, höfischer Patronage und publizistischen Kämpfen schärften seinen Blick für Machtmissbrauch; zugleich interessierte ihn die sittliche Autonomie des Bürgers. Dieses Drama empfiehlt sich Lesern, die klassische Literatur nicht als Denkmal, sondern als analytisches Instrument verstehen möchten. Emilia Galotti ist zugleich politischer Kommentar, moralphilosophisches Experiment und meisterhaft verdichtetes Bühnenwerk. Wer die Spannungen zwischen privater Tugend, patriarchaler Ordnung und staatlicher Gewalt erkunden will, findet hier einen Schlüsseltext der deutschen Literaturgeschichte.
Emilia Galotti entfaltet die Katastrophe einer bürgerlichen Familie im Schatten fürstlicher Willkür: Der Prinz von Guastalla begehrt Emilia, Marinellis Intrige beseitigt ihren Verlobten Appiani, und Odoardo Galotti sieht in der Tötung der Tochter den letzten Ausweg aus entehrender Macht. Lessing verbindet knappe, spannungsgeladene Szenenführung mit psychologischer Präzision. Als bürgerliches Trauerspiel der Aufklärung sprengt das Drama höfische Tragödienkonventionen und macht Moral, Gewalt und gesellschaftliche Abhängigkeit verhandelbar. Gotthold Ephraim Lessing, 1729 geboren und 1781 gestorben, war Dramatiker, Kritiker und zentraler Denker der deutschen Aufklärung. Seine theoretischen Schriften, besonders die Hamburgische Dramaturgie, zielten auf ein nationales, vernunftgeleitetes Theater jenseits starrer französischer Regeln. Erfahrungen mit Zensur, höfischer Patronage und publizistischen Kämpfen schärften seinen Blick für Machtmissbrauch; zugleich interessierte ihn die sittliche Autonomie des Bürgers. Dieses Drama empfiehlt sich Lesern, die klassische Literatur nicht als Denkmal, sondern als analytisches Instrument verstehen möchten. Emilia Galotti ist zugleich politischer Kommentar, moralphilosophisches Experiment und meisterhaft verdichtetes Bühnenwerk. Wer die Spannungen zwischen privater Tugend, patriarchaler Ordnung und staatlicher Gewalt erkunden will, findet hier einen Schlüsseltext der deutschen Literaturgeschichte.