Diese Auswahl versammelt Achim von Arnims erzählerische Prosa um "Rembrandts Versteigerung" und verwandte Stücke, in denen Kunstbetrachtung, historische Anekdote und romantische Imagination ineinandergreifen. Arnim gestaltet keine glatte Novellistik, sondern ein vielstimmiges Geflecht aus Ironie, Groteske, moralischer Reflexion und gelehrter Abschweifung. Im Kontext der Heidelberger Romantik erscheint Rembrandt nicht bloß als Künstlerfigur, sondern als Prüfstein für Wert, Erinnerung und bürgerliche Aneignung des Genies. Achim von Arnim (1781-1831), Mitgestalter der romantischen Bewegung und gemeinsam mit Clemens Brentano Herausgeber von "Des Knaben Wunderhorn", war geprägt von antiquarischer Neugier, historischem Bewusstsein und einem Misstrauen gegenüber nüchterner Aufklärung. Seine Herkunft aus dem preußischen Adel, seine Studien und Reisen sowie das Leben auf Wiepersdorf verbanden gesellschaftliche Beobachtung mit poetischer Weltdeutung. Diese Erzählungen spiegeln sein Interesse an Überlieferung, Kunst und den verborgenen Kräften des Alltags. Zu empfehlen ist der Band allen Lesern, die romantische Literatur jenseits bloßer Schwärmerei entdecken möchten. Arnims Prosa fordert Aufmerksamkeit, belohnt sie jedoch mit intellektueller Beweglichkeit, überraschenden Bildräumen und einer modernen Sensibilität für die Instabilität kultureller Werte. Wer E. T. A. Hoffmann oder Brentano schätzt, findet hier eine eigenständige, kunsthistorisch wie literarisch reizvolle Lektüre.
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