In Faustrecht entwirft Hugo Bettauer ein scharf konturiertes Gesellschaftsbild, in dem Recht, Moral und soziale Ordnung dem Prinzip des Stärkeren ausgesetzt sind. Der Roman verbindet spannungsorientierte Handlung mit sozialkritischer Beobachtung: Bettauers präzise, feuilletonistisch geschulte Prosa macht ökonomische Not, Machtmissbrauch und bürgerliche Doppelmoral sichtbar. Im literarischen Kontext der Zwischenkriegszeit steht das Werk nahe bei Großstadtroman, Kolportage und kritischem Realismus. Hugo Bettauer, 1872 in Baden bei Wien geboren und 1925 in Wien ermordet, war Journalist, Romancier und ein streitbarer Beobachter moderner Massengesellschaften. Seine Erfahrungen in Europa und den Vereinigten Staaten, seine Nähe zum Zeitungswesen sowie sein Interesse an Sexualmoral, Antisemitismus, sozialer Ungleichheit und urbaner Verelendung prägten sein Schreiben. Faustrecht lässt sich aus dieser publizistischen Wachheit heraus verstehen: als erzählerische Diagnose einer Welt, in der Institutionen versagen. Empfohlen sei Faustrecht allen Leserinnen und Lesern, die Bettauer nicht nur als Autor von Die Stadt ohne Juden kennenlernen möchten. Der Roman bietet zugleich Unterhaltung und historisches Erkenntnisinteresse: Er zeigt, wie populäre Literatur gesellschaftliche Konflikte verdichten kann, ohne ihre analytische Schärfe einzubüßen.
Prijshistorie
* Prijshistorie bevat geen data van Amazon, Amazon Marketplace.
Prijzen voor het laatst bijgewerkt op: