CASSANDRA, Florence Nightingales frühe Schrift des Feminismus, ist eine furiose Anklage gegen die Verschwendung weiblicher Begabung. Nightingale lebt in einer Gesellschaft, die Frauen ihrer Schicht ein erfülltes Leben verwehrt. Besuche und Familienpflichten füllen ihre Tage; jede Stunde eigener Arbeit muss erkämpft werden. Begabungen verkümmern, Wünsche leben nur in Träumen weiter, erzwungene Untätigkeit führt zur Verzweiflung. Eine Entwicklung, die meist schon im Elternhaus beginnt und sich oft durch eine Ehe nur noch verschärft. 1852 verfasst und 1860 privat gedruckt, wurde der Essay erst 1928 breiter bekannt. Virginia Woolf beruft sich in »Ein Zimmer für sich allein« darauf. Die Argumente für gerecht verteilte Familienpflichten, gleichberechtigte Teilhabe und selbstbestimmte Zeit sind bis heute aktuell. Erstmals in deutscher Übersetzung, mit erläuternden Anmerkungen und Fußnoten zu Personen, Anspielungen und Zitaten.
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