Franz Sternbalds Wanderungen: Historischer Roman
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Franz Sternbalds Wanderungen, erstmals 1798 erschienen, ist ein Schlüsseltext der Frühromantik und einer der prägenden deutschen Künstlerromane. Der junge Maler Franz, Schüler Albrecht Dürers, verlässt Nürnberg und sucht auf Wanderungen durch Landschaften, Werkstätten und Gespräche nach der Einheit von Kunst, Natur, Liebe und Religion. Tieck verbindet erzählende Prosa mit Liedern, Briefen und kunsttheoretischen Dialogen; die offene, episodische Form ersetzt lineare Handlung durch eine poetische Bewegung der Bildung, Sehnsucht und Selbstprüfung. Ludwig Tieck (1773-1853), Dichter, Übersetzer und Mitgestalter der romantischen Schule, schrieb den Roman im geistigen Umfeld Wilhelm Heinrich Wackenroders, dessen Kunstfrömmigkeit und Begeisterung für altdeutsche Malerei deutlich nachwirken. Tiecks Beschäftigung mit mittelalterlicher Kultur, Shakespeare, Märchen und musikalischer Sprache erklärt den besonderen Ton des Buches: Es widerspricht nüchterner Aufklärungspoetik und entwirft Kunst als Lebensform, in der inneres Erleben und historisches Gedächtnis zusammenfinden. Empfohlen sei dieses Werk allen Lesern, die den Ursprung romantischer Ästhetik nicht nur theoretisch, sondern in erzählerischer Gestalt erfahren möchten. Wer moderne Romanstrenge erwartet, begegnet hier bewusstem Fragment, Schwebe und Abschweifung; gerade darin liegt seine Faszination. Franz Sternbalds Wanderungen eröffnet einen feinsinnigen Zugang zu Künstlerexistenz, deutscher Renaissance-Imagination und der romantischen Idee, dass wahre Erkenntnis im wandernden Blick entsteht.
Franz Sternbalds Wanderungen, erstmals 1798 erschienen, ist ein Schlüsseltext der Frühromantik und einer der prägenden deutschen Künstlerromane. Der junge Maler Franz, Schüler Albrecht Dürers, verlässt Nürnberg und sucht auf Wanderungen durch Landschaften, Werkstätten und Gespräche nach der Einheit von Kunst, Natur, Liebe und Religion. Tieck verbindet erzählende Prosa mit Liedern, Briefen und kunsttheoretischen Dialogen; die offene, episodische Form ersetzt lineare Handlung durch eine poetische Bewegung der Bildung, Sehnsucht und Selbstprüfung. Ludwig Tieck (1773-1853), Dichter, Übersetzer und Mitgestalter der romantischen Schule, schrieb den Roman im geistigen Umfeld Wilhelm Heinrich Wackenroders, dessen Kunstfrömmigkeit und Begeisterung für altdeutsche Malerei deutlich nachwirken. Tiecks Beschäftigung mit mittelalterlicher Kultur, Shakespeare, Märchen und musikalischer Sprache erklärt den besonderen Ton des Buches: Es widerspricht nüchterner Aufklärungspoetik und entwirft Kunst als Lebensform, in der inneres Erleben und historisches Gedächtnis zusammenfinden. Empfohlen sei dieses Werk allen Lesern, die den Ursprung romantischer Ästhetik nicht nur theoretisch, sondern in erzählerischer Gestalt erfahren möchten. Wer moderne Romanstrenge erwartet, begegnet hier bewusstem Fragment, Schwebe und Abschweifung; gerade darin liegt seine Faszination. Franz Sternbalds Wanderungen eröffnet einen feinsinnigen Zugang zu Künstlerexistenz, deutscher Renaissance-Imagination und der romantischen Idee, dass wahre Erkenntnis im wandernden Blick entsteht.
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