Thukydides' Geschichte des peloponnesischen Krieges rekonstruiert den Konflikt zwischen Athen und Sparta von seinen Ursachen bis zum unvollendet abbrechenden Bericht des Jahres 411 v. Chr. Mit nüchterner Präzision, kunstvoll komponierten Reden und strenger Analyse von Macht, Angst, Nutzen und Ehre begründet das Werk eine politische Historiographie jenseits mythischer Erklärung. Der Athener Thukydides war nicht nur Zeitgenosse, sondern als Stratege und später Verbannter selbst in die Ereignisse verstrickt. Seine Erfahrung der Pest, der imperialen Demokratie Athens und militärischer Niederlage schärfte seinen Blick für menschliche Entscheidung unter Zwang. Gerade die Distanz des Exils ermöglichte ihm Quellenkritik, Befragung von Zeugen und eine Methode, die Wahrscheinlichkeit höher gewichtet als Tradition. Dieses Buch sei allen empfohlen, die Geschichte nicht als Abfolge von Ereignissen, sondern als Untersuchung dauerhafter Strukturen politischer Gewalt lesen wollen. Es fordert Geduld, belohnt sie jedoch mit Einsichten in Krieg, Rhetorik, Staatsräson und moralische Erosion, die bis in moderne Machtkonflikte hinein beunruhigend gegenwärtig bleiben.
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