Geschichten aus dem Wiener Wald: Ein satirisches Schauspiel

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Bol Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" demontiert mit bitterer Präzision den Mythos wienerischer Gemütlichkeit. Im Zentrum steht Marianne, die sich aus der kleinbürgerlichen Ordnung ihres Vaters, des Zauberkönigs, lösen will und an den ökonomischen, moralischen und sprachlichen Zwängen ihrer Umwelt zerbricht. Das Volksstück wird hier modernisiert: Walzerklang, Heurigenseligkeit und Sentiment erscheinen als Masken einer Gesellschaft, deren Sprache aus Floskeln besteht und deren Humanität jederzeit in Brutalität umschlägt. Horváth, 1901 in Fiume geboren und in der Habsburgermonarchie sowie im deutschsprachigen Mitteleuropa aufgewachsen, kannte die Instabilität der Zwischenkriegszeit aus nächster Nähe. Seine Dramatik reagiert auf Inflation, Arbeitslosigkeit, autoritäre Sehnsüchte und die Verrohung des Alltags. Gerade seine Aufmerksamkeit für das "Bildungsjargon"-Sprechen der kleinen Leute erklärt die Schärfe dieses Stücks, das 1931 uraufgeführt wurde. Empfohlen sei dieses Buch allen, die ein scheinbar traditionelles Volksstück als schonungslose Gesellschaftsanalyse lesen möchten. Horváths Text bleibt aktuell, weil er zeigt, wie soziale Kälte, ökonomische Abhängigkeit und sprachliche Selbsttäuschung individuelle Lebensentwürfe zerstören.

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Ödön von Horváths "Geschichten aus dem Wiener Wald" demontiert mit bitterer Präzision den Mythos wienerischer Gemütlichkeit. Im Zentrum steht Marianne, die sich aus der kleinbürgerlichen Ordnung ihres Vaters, des Zauberkönigs, lösen will und an den ökonomischen, moralischen und sprachlichen Zwängen ihrer Umwelt zerbricht. Das Volksstück wird hier modernisiert: Walzerklang, Heurigenseligkeit und Sentiment erscheinen als Masken einer Gesellschaft, deren Sprache aus Floskeln besteht und deren Humanität jederzeit in Brutalität umschlägt. Horváth, 1901 in Fiume geboren und in der Habsburgermonarchie sowie im deutschsprachigen Mitteleuropa aufgewachsen, kannte die Instabilität der Zwischenkriegszeit aus nächster Nähe. Seine Dramatik reagiert auf Inflation, Arbeitslosigkeit, autoritäre Sehnsüchte und die Verrohung des Alltags. Gerade seine Aufmerksamkeit für das "Bildungsjargon"-Sprechen der kleinen Leute erklärt die Schärfe dieses Stücks, das 1931 uraufgeführt wurde. Empfohlen sei dieses Buch allen, die ein scheinbar traditionelles Volksstück als schonungslose Gesellschaftsanalyse lesen möchten. Horváths Text bleibt aktuell, weil er zeigt, wie soziale Kälte, ökonomische Abhängigkeit und sprachliche Selbsttäuschung individuelle Lebensentwürfe zerstören.


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  • 9788027348374
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