Die Sprachstufe Neuhochdeutsch ist die Kernzeit der "Vertikalisierung des Varietätenspektrums" (Reichmann) und der Herausbildung konzeptioneller Schriftlichkeit. Als eine Art Varietätenumwälzungsepoche stellt sie die Grammatikforschung vor besondere (sprachwandel-)theoretische, variationslinguistische, methodische, inkl. korpustechnologische, und empirische Herausforderungen. Diesen Herausforderungen stellten sich 22 Vortragende auf der Tagung Grammatik des Neuhochdeutschen zwischen Gegenwart und Geschichte. Eingeladen wurde zu der Tagung von der Gießen-Kasseler Projektgruppe Syntaktische Grundstrukturen des Neuhochdeutschen (GiesKaNe). In den 14 Beiträgen, von denen in acht auch GiesKaNe 0.3, das aktuellste Release des Nhd.-Referenzkorpus, eingesetzt wird, werden aus unterschiedlichen theoretischen Perspektiven folgende Themen behandelt: Redeanzeige, Satzbaupläne, Funktionsverbgefüge, Rezipientenpassiv, Perfekt, da- und wo-Sätze, Pronomenabfolge, AcP-Konstruktionen, adnominale Possession, Genitivattribute, Doppelpartizipialkonstruktionen, Interjektionen, Komparativpartikel, nominale Objektmarkierung, Affixoide bzw. die Sprachzeichen wohl, man/ein und (d-)selb-. Der Band stellt somit den aktuellsten Beitrag zur nhd. Grammatik dar.
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