In seiner Doktorarbeit beleuchtet Lawrence Quinnett die harmonischen und kontrapunktischen Merkmale der "Études pour piano, premier livre" (1985) des ungarischen Komponisten György Ligeti. Die Akkord- und Intervallanalyse offenbart Ligetis Vorliebe für Terzkonsonanzen und Muster traditionell tonaler vertikaler Strukturen, die in eine tonal nicht-funktionale Syntax eingebettet sind. Quinnett argumentiert, dass in jeder Etüde Dissonanzen klar reguliert und genutzt werden, um verschiedene Facetten des musikalischen Ausdrucks zu vermitteln, z. B. Spannung, Humor, Betonung oder Unordnung. Der Autor untersucht zudem kurz Ligetis vielfältige Ansätze zur melodischen Schichtung in jeder Etüde, wobei er den Schwerpunkt auf die musikalische Rolle jeder Stimme legt. Diese Arbeit ist für Pianisten von besonderem Interesse, da sie Auswirkungen auf die Aufführung thematisiert und Vorschläge zur Überwindung technischer und interpretatorischer Schwierigkeiten gibt. Dabei zeigt sie, dass ein gründliches Verständnis der harmonischen und kontrapunktischen Funktion interpretatorische Entscheidungen auf subtile, aber bedeutende Weise beeinflusst.
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