Erkenntnisse aus den Entwicklungswissenschaften weisen auf die Rolle psychologischer und kognitiver Faktoren bei der Jugendkriminalität hin. Defizite in der Entscheidungsfindung sind charakteristisch für das Jugendalter, was darauf hindeutet, dass junge Menschen weniger schuldenhaft sind als Erwachsene. Politiker sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Kanada streben derzeit jedoch die Verabschiedung von Gesetzen an, die einen strengeren Strafansatz bei Jugendkriminalität betonen. Solche harten Maßnahmen können zudem die psychische Gesundheit von Jugendlichen beeinträchtigen und gelten als weitgehend unwirksam bei der Verringerung der Rückfallquote. Dieses Buch untersucht, wie die Entwicklungswissenschaft rechtliche Entscheidungen im Zusammenhang mit Jugendlichen beeinflussen kann. Das Buch präsentiert zudem Ergebnisse einer Umfrage, in der die Meinungen von juristischen und klinischen Experten zum Einfluss von Entwicklungsfaktoren auf rechtliche Zielvorstellungen in Bezug auf jugendliche Straftäter erfasst wurden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Rechtsgemeinschaft zwar ein gewisses Maß an Sensibilität für Entwicklungsfragen im Zusammenhang mit der Schuldfähigkeit von Jugendlichen aufweist, die Kluft zwischen Entwicklungswissenschaft und Rechtssystem jedoch weiterhin besteht.
AmazonPagina's: 96, Paperback, Verlag Unser Wissen
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