Japanischer Frühling: Nachdichtungen Lyrik
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Hans Bethges "Japanischer Frühling" versammelt lyrische Nachdichtungen, die aus der Begegnung der deutschen Moderne mit der Dichtung Ostasiens hervorgehen. In knappen, atmosphärisch verdichteten Bildern entfalten sich Kirschblüte, Mondlicht, Liebesklage, Vergänglichkeit und stille Naturbetrachtung zu einem poetischen Kosmos. Bethges Stil ist musikalisch, zart konturiert und bewusst europäisch vermittelt; das Buch steht im Kontext jener frühen Japan-Rezeption, die weniger philologische Treue als seelische Resonanz suchte. Bethge, 1876 geboren und als Lyriker, Essayist und Herausgeber bekannt, wurde vor allem durch seine Übertragungen orientalischer Dichtung berühmt. Seine Arbeit entsprang einer Zeit, in der Künstler und Komponisten nach neuen Formen der Empfindung und Einfachheit suchten. Ohne Japanist im strengen Sinne zu sein, verstand er fremde Vorlagen als Anstoß zu eigener poetischer Gestaltung. Diese Haltung erklärt die schwebende Mischung aus Aneignung, Bewunderung und stilisierter Ferne. "Japanischer Frühling" empfiehlt sich Lesern, die die Geschichte literarischer Übersetzung ebenso interessiert wie die feine Kunst der lyrischen Miniatur. Das Buch eröffnet keinen dokumentarischen Japan-Spiegel, sondern eine ästhetische Landschaft der europäischen Imagination. Gerade darin liegt sein Reiz: Es zeigt, wie Weltliteratur durch Nachklang, Verwandlung und empfindsame Lektüre weiterlebt.
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Hans Bethges "Japanischer Frühling" versammelt lyrische Nachdichtungen, die aus der Begegnung der deutschen Moderne mit der Dichtung Ostasiens hervorgehen. In knappen, atmosphärisch verdichteten Bildern entfalten sich Kirschblüte, Mondlicht, Liebesklage, Vergänglichkeit und stille Naturbetrachtung zu einem poetischen Kosmos. Bethges Stil ist musikalisch, zart konturiert und bewusst europäisch vermittelt; das Buch steht im Kontext jener frühen Japan-Rezeption, die weniger philologische Treue als seelische Resonanz suchte. Bethge, 1876 geboren und als Lyriker, Essayist und Herausgeber bekannt, wurde vor allem durch seine Übertragungen orientalischer Dichtung berühmt. Seine Arbeit entsprang einer Zeit, in der Künstler und Komponisten nach neuen Formen der Empfindung und Einfachheit suchten. Ohne Japanist im strengen Sinne zu sein, verstand er fremde Vorlagen als Anstoß zu eigener poetischer Gestaltung. Diese Haltung erklärt die schwebende Mischung aus Aneignung, Bewunderung und stilisierter Ferne. "Japanischer Frühling" empfiehlt sich Lesern, die die Geschichte literarischer Übersetzung ebenso interessiert wie die feine Kunst der lyrischen Miniatur. Das Buch eröffnet keinen dokumentarischen Japan-Spiegel, sondern eine ästhetische Landschaft der europäischen Imagination. Gerade darin liegt sein Reiz: Es zeigt, wie Weltliteratur durch Nachklang, Verwandlung und empfindsame Lektüre weiterlebt.
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