Jaspers Zur Einführung

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Bol Karl Jaspers (1883-1969) gilt neben Martin Heidegger zweifellos als derprofilierteste Vertreter der sogenannten Existenzphilosophie in Deutschland.Um so erstaunlicher ist es, daß sein Denken bisher kaum wirklich rezipiertwurde. Das mag daran liegen, daß der Begriff der Existenz nur einen Aspektseines Philosophierens darstellt. Werner Schüßler zeigt demgegenüber inseiner Einführung, daß das zentrale Anliegen von Jaspers' Denken der Begriffder Philosophie ist. Es geht Jaspers in all seinen Denkbemühungen darum,die Philosophie aus ihrer 'Selbstvergessenheit' herauszuführen und ihrihre eigentlichen Themen wieder zurückzugeben: Existenz und Transzendenz.Damit ist die Philosophie wesentlich unterschieden von der Wissenschaft;sie ist aber auch wesentlich unterschieden von der Religion, da Jaspersdie Philosophie als einen 'Glauben aus eigenem Ursprung' versteht. Es wirdso deutlich, daß für Jaspers Philosophie immer noch mehr ist als ihre Geschichte,daß sie letztlich zum Menschen als solchem dazugehört.9783885069195| Das Denken des französischen Hermeneutikers Paul Riceur (1913) trägt Spurender Auseinandersetzung mit allen wesentlichen Denkbewegungen dieses Jahrhunderts.Der konfliktuelle Charakter allen Denkens, aller Interpretationen ist eineder Grunderfahrungen, die für seine originelle Form hermeneutischer Philosophieentscheidend sind. Im Werk Ricoeurs steht Hermeneutik für ein diskursives,kritisches und vor allem kreatives Philosophieren, es ist gegenstands-und problemorientiert und zeigt, daß Philosophie sich nicht in einem unaufhörlichenInterpretieren ihrer Geschichte erschöpfen muß. Jens Mattern arbeitet inseiner Einführung den systematischen Kerngedanken heraus, der die Eigenständigkeitder hermeneutischen Philosophie Riceurs begründet: das dialektische Verhältnisvon Zugehörigkeit und Distanzierung, das unsere Stellung in der Welt charakterisiert.Die kreative, die Welt und uns selbst unaufhörlich neu erschaffende Dimensionder Sprache tritt neben der Hermeneutik des Selbst als grundlegendes Themades französischen Philosophen zutage.9783885069232| Wilhelm Dilthey (1833-1911) gilt als Klassiker des hermeneutischen Denkens,in dem das geschichtliche Verstehen im Mittelpunkt steht. Die großen Entwürfevon Martin Heidegger oder Hans-Georg Gadamer wären ohne seinen Einflußnicht denkbar gewesen. Und doch greift das Schlagwort 'Hermeneutik' fürdie Intentionen Diltheys zu kurz. Treibende Kraft seiner Arbeiten war dieÜberzeugung, daß weder die traditionelle Metaphysik noch die naturwissenschaftlicheDenkweise dem menschlichen Weltverhältnis gerecht würden, das gleichberechtigtVernunft, Wille und Gefühl einschließe. Matthias Jung stellt einen Denkervor, den die Suche nach einem Zugang zu unreduzierter, dem menschlichenLebensvollzug entsprechender Erfahrung früh den Wahrheitsanspruch allerweltanschaulichen Systeme in Frage stellen ließ. Die Diskussionen unsererZeit um Kultur und Gesellschaft, Wissenschaft und Lebenswelt, Objektivitätund subjektive Perspektiven haben in Dilthey einen beeindruckenden Vordenker.9783885069393| Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) war einer der prägendenPhilosophen des deutschen Idealismus, dessen große Verdienste auf dem Gebietder Natur-, Kunst- und Religionsphilosophie liegen. So sehr sich das Schwergewichtseiner Arbeit im Laufe der sechs Jahrzehnte unermüdlichen Schaffens verlagerte,ist doch allen seinen Werken die Frage nach dem Verhältnis des Absolutenzum Endlichen gemein. In dieser gut lesbaren Einführung zeichnet FranzJosef Wetz den gesamten Denkweg dieses schwierigen Philosophen nach. Dabeizeigt er, wie der späte Schelling den Absolutismus der idealistischen Vernunftmetaphysikdadurch überwand, daß er den dunklen Willen in der Natur und die Rätselhaftigkeitder Existenz beschrieb. Zugleich verdeutlicht Wetz, daß zahlreiche IdeenSchellings im Unterstrom vieler Geistesrichtungen des 19. und 20. Jahrhundertsweiterleben - sei es in der Philosophie Schopenhauers und Nietzsches, derPsychoanalyse Freuds, in der Lebensphilosophie oder im Existentialismus.9783885069508| Der Soziologe und Kulturphilosoph Norbert Elias (1897-1990) hat eine derungewöhnlichsten Gelehrtenkarrieren dieses Jahrhunderts erlebt. Erst 1976,mit nahezu achtzig Jahren, gelang ihm mit der dritten Auflage seines WerkesÜber den Prozeß der Zivilisation der große Durchbruch. Damit ist er voneinem Außenseiter zu einem zentralen Theoretiker der Sozialwissenschaftenavanciert. Elias verstand sich zeit seines Lebens nicht als Spezialist,sondern als Generalist, als 'Menschenwissenschaftler'. Schon in den dreißigerJahren verknüpfte er Soziologie, Geschichtswissenschaft, Philosophie undPsychologie zu einer umfassenden Theorie des gesellschaftlichen Wandels.Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft ist das Thema seiner Werke.Ralf Baumgart und Volker Eichener geben in dieser Einführung einen Überblicküber Elias' Lebenswerk und dessen Eigenständigkeit. Die Autoren erläuternsein Konzept der 'Menschenwissenschaft' und seine Zivilisationstheorieim Zusammenhang seines Denkens.9783885422655| Unabhängig von der Ursache werden Kinder, Jugendli-che und Erwachsene als geistig behindert angesehen, wenn sie "entwicklungsverzögert" nicht über die Ver-haltens- und Lernmöglichkeiten verfügen, die ihrer Altersstufe entsprächen.Der vorliegende Band weist auf, welche außerordent-lich hilfreiche Wirkung die Arbeit mit dem Pferd als Medium der heilpädagogischen Förderung für die so-genannten Geistigbehinderten haben kann.Wilhelm Kaune und seine Mitautorinnen stellen hier in langjähriger Praxis entwickelte Modelle vor.Viele praktische Anleitungen in Verbindung mit in-struktiven Fotos machen dieses Werk sehr lehrreich, so dass es auch für die Aus- und Fortbildung eingesetzt werden kann.

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Karl Jaspers (1883-1969) gilt neben Martin Heidegger zweifellos als derprofilierteste Vertreter der sogenannten Existenzphilosophie in Deutschland.Um so erstaunlicher ist es, daß sein Denken bisher kaum wirklich rezipiertwurde. Das mag daran liegen, daß der Begriff der Existenz nur einen Aspektseines Philosophierens darstellt. Werner Schüßler zeigt demgegenüber inseiner Einführung, daß das zentrale Anliegen von Jaspers' Denken der Begriffder Philosophie ist. Es geht Jaspers in all seinen Denkbemühungen darum,die Philosophie aus ihrer 'Selbstvergessenheit' herauszuführen und ihrihre eigentlichen Themen wieder zurückzugeben: Existenz und Transzendenz.Damit ist die Philosophie wesentlich unterschieden von der Wissenschaft;sie ist aber auch wesentlich unterschieden von der Religion, da Jaspersdie Philosophie als einen 'Glauben aus eigenem Ursprung' versteht. Es wirdso deutlich, daß für Jaspers Philosophie immer noch mehr ist als ihre Geschichte,daß sie letztlich zum Menschen als solchem dazugehört.9783885069195| Das Denken des französischen Hermeneutikers Paul Riceur (1913) trägt Spurender Auseinandersetzung mit allen wesentlichen Denkbewegungen dieses Jahrhunderts.Der konfliktuelle Charakter allen Denkens, aller Interpretationen ist eineder Grunderfahrungen, die für seine originelle Form hermeneutischer Philosophieentscheidend sind. Im Werk Ricoeurs steht Hermeneutik für ein diskursives,kritisches und vor allem kreatives Philosophieren, es ist gegenstands-und problemorientiert und zeigt, daß Philosophie sich nicht in einem unaufhörlichenInterpretieren ihrer Geschichte erschöpfen muß. Jens Mattern arbeitet inseiner Einführung den systematischen Kerngedanken heraus, der die Eigenständigkeitder hermeneutischen Philosophie Riceurs begründet: das dialektische Verhältnisvon Zugehörigkeit und Distanzierung, das unsere Stellung in der Welt charakterisiert.Die kreative, die Welt und uns selbst unaufhörlich neu erschaffende Dimensionder Sprache tritt neben der Hermeneutik des Selbst als grundlegendes Themades französischen Philosophen zutage.9783885069232| Wilhelm Dilthey (1833-1911) gilt als Klassiker des hermeneutischen Denkens,in dem das geschichtliche Verstehen im Mittelpunkt steht. Die großen Entwürfevon Martin Heidegger oder Hans-Georg Gadamer wären ohne seinen Einflußnicht denkbar gewesen. Und doch greift das Schlagwort 'Hermeneutik' fürdie Intentionen Diltheys zu kurz. Treibende Kraft seiner Arbeiten war dieÜberzeugung, daß weder die traditionelle Metaphysik noch die naturwissenschaftlicheDenkweise dem menschlichen Weltverhältnis gerecht würden, das gleichberechtigtVernunft, Wille und Gefühl einschließe. Matthias Jung stellt einen Denkervor, den die Suche nach einem Zugang zu unreduzierter, dem menschlichenLebensvollzug entsprechender Erfahrung früh den Wahrheitsanspruch allerweltanschaulichen Systeme in Frage stellen ließ. Die Diskussionen unsererZeit um Kultur und Gesellschaft, Wissenschaft und Lebenswelt, Objektivitätund subjektive Perspektiven haben in Dilthey einen beeindruckenden Vordenker.9783885069393| Friedrich Wilhelm Joseph Schelling (1775-1854) war einer der prägendenPhilosophen des deutschen Idealismus, dessen große Verdienste auf dem Gebietder Natur-, Kunst- und Religionsphilosophie liegen. So sehr sich das Schwergewichtseiner Arbeit im Laufe der sechs Jahrzehnte unermüdlichen Schaffens verlagerte,ist doch allen seinen Werken die Frage nach dem Verhältnis des Absolutenzum Endlichen gemein. In dieser gut lesbaren Einführung zeichnet FranzJosef Wetz den gesamten Denkweg dieses schwierigen Philosophen nach. Dabeizeigt er, wie der späte Schelling den Absolutismus der idealistischen Vernunftmetaphysikdadurch überwand, daß er den dunklen Willen in der Natur und die Rätselhaftigkeitder Existenz beschrieb. Zugleich verdeutlicht Wetz, daß zahlreiche IdeenSchellings im Unterstrom vieler Geistesrichtungen des 19. und 20. Jahrhundertsweiterleben - sei es in der Philosophie Schopenhauers und Nietzsches, derPsychoanalyse Freuds, in der Lebensphilosophie oder im Existentialismus.9783885069508| Der Soziologe und Kulturphilosoph Norbert Elias (1897-1990) hat eine derungewöhnlichsten Gelehrtenkarrieren dieses Jahrhunderts erlebt. Erst 1976,mit nahezu achtzig Jahren, gelang ihm mit der dritten Auflage seines WerkesÜber den Prozeß der Zivilisation der große Durchbruch. Damit ist er voneinem Außenseiter zu einem zentralen Theoretiker der Sozialwissenschaftenavanciert. Elias verstand sich zeit seines Lebens nicht als Spezialist,sondern als Generalist, als 'Menschenwissenschaftler'. Schon in den dreißigerJahren verknüpfte er Soziologie, Geschichtswissenschaft, Philosophie undPsychologie zu einer umfassenden Theorie des gesellschaftlichen Wandels.Das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft ist das Thema seiner Werke.Ralf Baumgart und Volker Eichener geben in dieser Einführung einen Überblicküber Elias' Lebenswerk und dessen Eigenständigkeit. Die Autoren erläuternsein Konzept der 'Menschenwissenschaft' und seine Zivilisationstheorieim Zusammenhang seines Denkens.9783885422655| Unabhängig von der Ursache werden Kinder, Jugendli-che und Erwachsene als geistig behindert angesehen, wenn sie "entwicklungsverzögert" nicht über die Ver-haltens- und Lernmöglichkeiten verfügen, die ihrer Altersstufe entsprächen.Der vorliegende Band weist auf, welche außerordent-lich hilfreiche Wirkung die Arbeit mit dem Pferd als Medium der heilpädagogischen Förderung für die so-genannten Geistigbehinderten haben kann.Wilhelm Kaune und seine Mitautorinnen stellen hier in langjähriger Praxis entwickelte Modelle vor.Viele praktische Anleitungen in Verbindung mit in-struktiven Fotos machen dieses Werk sehr lehrreich, so dass es auch für die Aus- und Fortbildung eingesetzt werden kann.


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