Jedermann: Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
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Jedermann (1911) dramatisiert in der Form eines modernen Mysterienspiels den letzten Weg eines reichen Mannes, der angesichts des Todes erkennen muss, dass Besitz, Lust und gesellschaftlicher Glanz keine tragfähige Rechenschaft vor Gott bieten. Hofmannsthal verbindet mittelalterliche Everyman-Tradition, barocke Allegorie und symbolistische Sprachkunst zu einer klaren, zugleich musikalisch verdichteten Bühnendichtung. Figuren wie Tod, Mammon, Glaube und Werke verweisen auf einen literarischen Kontext, in dem religiöse Erneuerung und moderne Krisenerfahrung einander durchdringen. Hugo von Hofmannsthal, 1874 in Wien geboren, war eine zentrale Gestalt der europäischen Moderne und des Wiener Fin de Siècle. Früh berühmt für seine Lyrik, wandte er sich später verstärkt dem Theater, der Oper und Fragen kultureller Ordnung zu. Seine Zusammenarbeit mit Max Reinhardt sowie die Erfahrung einer zerfallenden habsburgischen Welt schärften sein Interesse an Ritual, Gemeinschaft und geistiger Verantwortung. Jedermann entstand aus dieser Suche nach einer Form, die archaische Sinnbilder für ein modernes Publikum wieder wirksam macht. Dieses Stück empfiehlt sich Lesern, die dramatische Literatur nicht nur als Handlung, sondern als moralische und ästhetische Prüfung verstehen. Jedermann ist knapp, anschaulich und von großer theatraler Kraft; zugleich eröffnet es Zugänge zu Fragen nach Schuld, Gnade, Endlichkeit und sozialer Blindheit. Wer Hofmannsthals Kunst kennenlernen will, findet hier einen eindrucksvollen Schlüsseltext.
Jedermann (1911) dramatisiert in der Form eines modernen Mysterienspiels den letzten Weg eines reichen Mannes, der angesichts des Todes erkennen muss, dass Besitz, Lust und gesellschaftlicher Glanz keine tragfähige Rechenschaft vor Gott bieten. Hofmannsthal verbindet mittelalterliche Everyman-Tradition, barocke Allegorie und symbolistische Sprachkunst zu einer klaren, zugleich musikalisch verdichteten Bühnendichtung. Figuren wie Tod, Mammon, Glaube und Werke verweisen auf einen literarischen Kontext, in dem religiöse Erneuerung und moderne Krisenerfahrung einander durchdringen. Hugo von Hofmannsthal, 1874 in Wien geboren, war eine zentrale Gestalt der europäischen Moderne und des Wiener Fin de Siècle. Früh berühmt für seine Lyrik, wandte er sich später verstärkt dem Theater, der Oper und Fragen kultureller Ordnung zu. Seine Zusammenarbeit mit Max Reinhardt sowie die Erfahrung einer zerfallenden habsburgischen Welt schärften sein Interesse an Ritual, Gemeinschaft und geistiger Verantwortung. Jedermann entstand aus dieser Suche nach einer Form, die archaische Sinnbilder für ein modernes Publikum wieder wirksam macht. Dieses Stück empfiehlt sich Lesern, die dramatische Literatur nicht nur als Handlung, sondern als moralische und ästhetische Prüfung verstehen. Jedermann ist knapp, anschaulich und von großer theatraler Kraft; zugleich eröffnet es Zugänge zu Fragen nach Schuld, Gnade, Endlichkeit und sozialer Blindheit. Wer Hofmannsthals Kunst kennenlernen will, findet hier einen eindrucksvollen Schlüsseltext.
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