Welche der Bestimmungen für die Kirche verdient den Vorzug: "Leib Christi", den die Enzyklika "Mystici corporis" (1943) in den Vordergrund stellte, oder "Volk Gottes", wie M. D. Koster (1940) und mit ihm viele andere in kritischer Absetzung zur Leib-Christi-Metaphorik vorschlugen? Der Münchener Fundamentaltheologe Gottlieb Söhngen neigt der zweiten Alternative zu, möchte die Frage aber gründlich studiert wissen. Er setzt seinen hoffnungsvollsten Doktoranden auf die Thematik in der Vätertheologie an. Die Kath.-Theol. Fakultät München schreibt sie zudem als Preisaufgabe aus: Der gerade einmal 23jährige Joseph Ratzinger löst die Aufgabe mit Bravour und einem unerwarteten Ergebnis. Band 1 der JRGS präsentiert das Erstlingswerk des späteren Papstes und fügt die zahlreichen Studien zur Patristik an, die sich aus Ratzingers Beschäftigung mit Augustinus, Cyprian, Origenes und vielen anderen ergaben.
Bol PartnerEine Arbeit über den Kirchengedanken Augustins ist ein Wagnis. Das weiß ich heute noch mehr als im Sommer 1951, in dem diese Arbeit der Theologischen Fakultät der Universität München vorgelegt wurde, nachdem das Thema dieser Untersuchung für das Studienjahr 1950/51 als Preisaufgabe gestellt worden war; denn mehr noch als damals bin ich mir bewußt, mit welcher Hingebung große und kleine Geister in allen Ländern sich um die ragende Gestalt Augustins mühen, sodaß dem Anfänger die Hoffnung, da noch Neues sagen zu können, wirklich sinken möchte. Wenn ich die Arbeit trotzdem vorlege, so tue ich es in der Überzeugung, daß dies dennoch gelungen ist. Die neuen Antworten, die dieses Buch geben kann, hängen freilich engstens zusammen mit der neuen Frage, die es gestellt hat.
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