John Brinckmans "Kasper Ohm un ick" ist ein Seemannsroman, der Abenteuererzählung, humoristische Lebensbeichte und niederdeutsche Erzählkunst verbindet. In der Stimme des "ick" entfaltet sich eine maritime Welt aus Fahrten, Gefahren, Kameradschaft und listiger Selbstbehauptung. Der literarische Reiz liegt weniger in sensationeller Handlung als in der mündlich wirkenden, rhythmischen Sprache, die den Roman in den Kontext des norddeutschen Realismus und der plattdeutschen Renaissance des 19. Jahrhunderts stellt. John Brinckman, 1814 in Rostock geboren und 1870 in Güstrow gestorben, gehörte zu den bedeutenden Autoren niederdeutscher Literatur. Seine Erfahrungen in Handelsmilieu, Schule und bürgerlicher Öffentlichkeit Mecklenburgs schärften seinen Blick für soziale Eigenarten, Sprachklang und regionale Mentalitäten. Die Nähe zu Hafenstädten, Auswanderungserfahrungen und die Faszination der Seefahrt lieferten ihm jenes erzählerische Material, aus dem er volkstümliche Komik und genaue Milieubeobachtung formte. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die maritime Literatur nicht nur als Abenteuer, sondern als Sprach- und Kulturzeugnis begreifen möchten. Wer Fritz Reuter, norddeutsche Erzähltraditionen oder die Geschichte des Niederdeutschen schätzt, findet hier ein Werk von erzählerischer Frische, historischer Aussagekraft und menschlicher Wärme.
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