Die deutsche Literaturgeschichte ist nicht einfach eine Aneinanderreihung von mehr oder weniger zufälligen Ereignissen. Es ist eine wirkliche, echte Geschichte und wer sie kennt, der kann sie nur lieben. Sie reicht weit zurück ins Mittelalter. Sie führt vorbei an Kunstwerken von unfassbarer Eleganz und von berauschender Kühnheit. Sie erzählt von Heldentaten und Intrigen - in der Wirklichkeit wie auf dem Papier. Sie ist durchkreuzt von Revolutionen und Erneuerungen - im Geiste wie auf der Barrikade. Sie führt quer durch Kriege und Koalitionen - zwischen Dichtern wie zwischen Völkern. Und dazu ist sie auch noch ungeheuer spannend! Und weil Literatur das Schönste ist, was man mit Sprache anstellen kann, und Lyrik das Schönste, was die Literatur zu bieten hat, deshalb kann man die Geschichte der deutschen Literatur vielleicht präziser, aber niemals schöner erzählen als an einer Auswahl handverlesener Gedichte.
Bol PartnerNicholas Boyle stellt in seiner ebenso brillanten wie knapp gefaßten Geschichte der deutschsprachigen Literatur die wichtigsten Autoren und Werke vom frühen Mittelalter bis zur Gegenwart vor. Gleichzeitig zeigt er, wie die Literatur zu allen Zeiten auf politische und soziale, auf religiöse und philosophische Entwicklungen reagiert hat. So erzählt Boyle mit der Geschichte der Literatur auch die Geschichte der Gesellschaft, der die Autoren und die Leser entstammten. Dabei wird deutlich, wieso die Literatur in Deutschland, Österreich und der Schweiz oft ganz unterschiedliche Wege beschritt. Überall hat Boyle auch die übrige europäische Literatur im Blick, der die deutsche manchmal vorauseilte, manchmal hinterherhinkte. Der gepriesene Goethe-Biograph erweist sich in diesem Buch wieder als der souveräne Kenner, der pointierte Einsichten mit der Kunst der Erzählung zu verbinden versteht.
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